Ökologische Bildungsangebote

Wer heute die deutsche Universitätslandschaft beschimpft, darf sich meist auf der richtigen Seite wähnen. Alle Welt macht es ja auch so. Da kann man sich den differenzierten Blick auf die Bildungsinhalte ruhig sparen. Wer aber genauer hinschaut, entdeckt Erstaunliches. Die Universität Kassel zum Beispiel beteiligt sich als einzige deutsche Uni an dem von insgesamt acht europäischen Universitäten getragenen Masterstudiengang „Erneuerbare Energien“. Von den Nordhessen wird dabei das Fachgebiet „Rationelle Energiewandlung“ im Bereich der „Hybridsysteme“ bearbeitet. Der einjährige Aufbaustudiengang ist in drei Module aufgeteilt, in der die ersten beiden je zwei, die dritte Einheit fünf Monate dauern. In einem Grundmodul werden als Anfang technische Grundkenntnisse in den wichtigsten erneuerbaren Energieformen vermittelt. Darauf baut das Spezialisierungsmodul auf, das sich mit einzelnen Technologien intensiv beschäftigt. Studenten können eines der folgenden Gebiete wählen: Photovoltaik, Windkraft, Solarenergie im Gebäudebereich, Biomasse und Hybridsysteme. Als drittes Modul ist eine abschließende Projektarbeit in einem Unternehmen, einem Forschungslabor oder in einer Universität vorgesehen. Das Grundmodul begann im Oktober 2002 in den Universitäten École de Mines de Paris, Loughborough (Großbritannien) und Zaragoza (Spanien), ab Februar 2003 geht’s weiter an der Uni Kassel. Hier zeigt sich also, daß eine Bildungseinrichtung, die tatsächlich nicht den renommiertesten Ruf hat, in Zeiten der Krise wirklich innovative Wege beschreitet: Sie erfüllt nicht nur die Forderung nach einer schnellen, praxisgerechten und internationalen Ausbildung, der Inhalt ist auch im hohen Maße zukunftsträchtig. Weiter so!

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