Herbstlaub für die Seele

Die Deutschen ohne ihren Wald, das ist wie ein Topf ohne Deckel. Das Wort „Waldsterben“ kommt dann auch aus Deutschland und wurde von den Franzosen zunächst als Absurdität verlacht. Alljährlich erscheint der Waldzustandsbericht, wobei sich in der Regel einige Arten leicht erholt haben, während andere noch mehr kränkeln als zuvor. Geschadet haben die obligatorischen Abgasfilter an Kraftwerken und Autos sicher nicht. So steht dann auch fest, daß die Bäume noch immer Laub tragen. Der Kreislauf von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter kann noch immer wie gewohnt erfahren werden – oder könnte. Denn im Zeitalter von Fernsehen, Telefon und Internet, von Autos und Flugzeugen sowie dem Import von gar nicht saisonalen Gemüse- und Obstsorten, kann es schon passieren, daß Herbst ist und kaum jemand hingeht. Da fallen die Außentemperaturen und es wird früher dunkel. Das ist manchen vielleicht Grund und Anlaß zur Depression. Dabei ist es draußen nicht nur dunkel und regnerisch im Herbst. Gelegenheiten zum besinnlichen Wandern gibt es genug. Diese Gelegenheiten zu nutzen ist gut für die Seele und für den Körper obendrein. Sechs Stunden Wandern pro Woche soll die Lebenserwartung um etwa eineinhalb Jahre erhöhen. Denn Fett- und Kohlenstoffwechsel profitieren von der Bewegung; die Geselligkeit steigert das Wohlbefinden. Darf man der Münchner Medizinischen Wochenschrift glauben, ist konse­quentes Wandern sogar besser als gelegentliches Joggen. Also, Computer und Radio aus, und hin zum Herbst, solange es noch Tag ist. Die Natur lädt freundlich ein. Und eine freundliche Einladung soll man bekanntlich nicht ohne triftigen Grund ausschlagen.

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