Abwicklung der Bundesbank

Die den Deutschen aufgezwungene Einführung des Euros war durch das insbesondere von Frankreich verfolgte Ziel motiviert, die starke D-Mark abzuschaffen. Dahinter aber steckte nicht nur der Wunsch nach Beseitigung einer Währung, die unerwünschte nachbarliche Stärke demonstrierte. Den – auch von deutschen Politikern – gehaßten Machtfaktor im Hintergrund galt es zu eliminieren, die Deutsche Bundesbank. Die Gegner der D-Mark haben es geschafft. Mit dem Euro verlor die Bundesbank ihre Existenzberechtigung als Währungshüter. Nun nimmt die aktuelle Diskussion über die möglichen Nachfolgeaufgaben der Bundesbank den Rest an Ansehen, den sie einstmals genossen hat. Stück für Stück wird ihr die Aussicht auf neue Betätigungsfelder entzogen. Momentan ist es das Schuldenmanagement des Bundes, das der Bundesbank nur teilweise übertragen ist. Andere Teile liegen in der Kompetenz des Bundesfinanzministers. Eichel aber will diese Bereiche seines Ministeriums in eine private GmbH umwandeln, statt sie der Bundesbank zu übertragen. Auf der anderen Seite gerät die Bundesbank in das Kreuzfeuer der Banken. Ursache ist der Wunsch der Bundesbank, künftig die Aufgaben der Kreditaufsicht zu übernehmen. Der Bundesverband der deutschen Banken aber möchte die Bankenaufsicht weiterhin beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen beheimatet sehen. Mehr noch möchten die Banken eine Zusammenfassung der Banken-, Wertpapier- und Versicherungsaufsichtsämter – außerhalb der Bundesbank. Dann blieben der ehemals stolzen Deutschen Bundesbank gerade noch statistische Aufgaben und die Nachlaßverwaltung. Der Untergang war absehbar, seit die Bundesbank die D-Mark preisgeben mußte.

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