Zeichen für das Leben

Tausend weiße Kreuze für das Leben: Das macht uns Mut!“ triumphieren die jungen Mädchen. Die drei haben sich verabredet, die zentrale Protestdemonstration des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) gegen die alltägliche Abtreibungspraxis in Deutschland zu unterstützen. „Eintausend Kreuze: eines für jedes Kind, das an einem Tag wie heute in unserem Land vor der Geburt getötet wird“, erklärt eine der 17jährigen die Bedeutung der Aktion. Seit 2002 ruft der BVL, die Dachorganisation der deutschen Lebensschutzverbände (www.bv-lebensrecht.de), alle zwei Jahre zum Marsch „1.000 Kreuze für das Leben“ nach Berlin (JF berichtete regelmäßig). Lebensschützer aus ganz Deutschland versammeln sich dann nahe dem Alexanderplatz, um nach einer Kundgebung gemeinsam in einem als Trauermarsch gestalteten Demonstrationszug über den Boulevard Unter den Linden bis zur Hedwigskathedrale am Forum Fridericianum zu ziehen, um gegen die Abtreibung zu protestieren. In diesem Jahr werden die Veranstalter allerdings nur 830 Kreuze los, 2006 waren es noch 1.200 Teilnehmer. Dennoch formierte sich am Samstagmittag schließlich ein imposanter Protestzug, der die Aufmerksamkeit von Passanten und Touristen in Berlins Mitte erregte. Die meisten von ihnen blieben dennoch ratlos zurück, weil nur wenige Transparente und Flugblätter über den Sinn der Veranstaltung aufklärten. Immerhin, von Mal zu Mal beteiligen sich mehr junge Menschen, auch wenn naturgemäß die älteren Semester dominierten. Vor allem Christen nahmen teil, Priester in Soutane, eine Delegation der neugegründeten christlichen Partei AUF — Arbeit, Umwelt, Familie (JF 6/08), der Theologe Prinz Philip von Preußen sowie zahlreiche Aktivisten und Sympathisanten der Lebensrechtsbewegung, darunter auch eine US-Jüdin. Eigens aus Texas angereist, entrollt sie zum Gruß eine Israel-Fahne, um die Aktion ihrer deutschen Mitstreiter zu unterstürzen. Das konnten die gut gebrauchen, denn zum ersten Mal sahen sie sich rund 120 teils aggressiven Linksradikalen gegenüber, die mit massiven Pöbeleien versuchten zu stören: „Fickt die Kirche“, „Föten zu Pflugscharen“ und „Abtreiben gegen Deutschland“ sind ihre Parolen. Unglaublich, aber wahr — einen Redebeitrag dort hielt Gisela Notz, Mitglied des Bundesvorstandes von Pro Familia. Gegendemonstranten mischten sich unerkannt unter die Lebensschützer, um dann unvermittelt die Teilnehmer anzubrüllen, haßerfüllt und enthemmt zu beschimpfen. Das Eingreifen der Polizei und die Tatsache, daß der harte Kern der Linken an diesem Tag in Köln weilt (siehe Seite 5), machten es ihnen jedoch unmöglich, den Zug zu sprengen. Während des anschließenden Gottesdienstes in der Hedwigskathedrale sprangen zum Entsetzen der betenden Christen erneut eingeschmuggelte Störerinnen auf, brüllten, entblößten sich und begannen sich heftig zu küssen, bis die Polizei sie abführte. Die taz nennt die Aktionen der Störer am nächsten Tag einen „Protest gegen Fanatiker“. Doch sie erreichen nicht ihr Ziel: Die Lebenschützer bleiben souverän. Platzverweise und „Freiheitsentziehung“ der Polizei trafen ausschließlich die Linken. Fotos: „1.000 Kreuze für das Leben“-Protestmarsch des Bundesverbands Lebensrecht: „Eines für jedes Kind, das an einem Tag wie heute in unserem Land vor der Geburt getötet wird“ Der Protestzug passiert Schinkels Friedrichwerdersche Kirche; Die Störer entblößen sich, um die Christen zu verhönen

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