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Eine Frau mit Courage

Es ist eine zierliche Frau, die am vergangenen Freitag vor dem Landgericht Berlin eine juristische Niederlage einstecken mußte. Alexandra Hildebrandt, Chefin des privaten Mauermuseums am ehemaligen Checkpoint Charlie, kann sich jedoch als moralische Siegerin fühlen. Es ist atemberaubend, wie die gebürtige Ukrainerin, Witwe des Anfang 2004 verstorbenen Gründers des Mauermuseums, Rainer Hildebrandt, sich das geschichtspolitische Vermächtnis ihres Mannes zu eigen gemacht hat und die gesamte politische Klasse der Hauptstadt Mores lehrt. Sie zeigt, wie unfähig Deutschland ist, der Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft und des mörderischen Grenzregimes in den Jahren der deutschen Teilung würdig zu gedenken. Frau Hildebrandt hatte vor einem Jahr auf einem nahe dem einstigen Grenzkontrollpunkt brachliegenden und von ihr für 13.500 Euro im Monat gepachteten Gelände eine Installation errichtet, die aus einem nachgebauten Abschnitt der Berliner Mauer und 1.067 riesigen Holzkreuzen besteht, die an die zwischen 1961 und 1989 an der Mauer getöteten Menschen erinnern. Mit unverhohlenem Haß hat eine breite Phalanx von der PDS und ihrem DDR-nostalgischen Umfeld über die Mehrheit von SPD und Grünen bis zur mehrheitlich linksgerichteten Hauptstadtpresse auf dieses geschichtspolitische Fanal reagiert. Eine machtvolle Erinnerung an die Schande und die Verbrechen kommunistischer Politik in Berlin soll es in einer von PDS und SPD gemeinsam regierten Stadt nicht geben. Hildebrandt führt mit ihrer Courage aber auch die in defensiver Lethargie verharrende bürgerliche Opposition aus CDU und FDP in Berlin vor, die sich dem geschichtspolitischen Diskurs der Linken ergeben hat. Jüngstes, beschämendes Beispiel war das Einknicken der CDU im Falle des Bezirksbürgermeisters von Steglitz-Zehlendorf (siehe JF 14/05), der durch eine Rede zum Volkstrauertag und eine Entschließung zum 8. Mai aus dem politisch korrekten Strom ausgeschert war. Frau Hildebrandt lächelte still, als die Richterin am Landgericht ihr den von der Grundstückseigentümerin, der Bankgesellschaft Hamm (Volksbank-Gruppe), angestrengten Räumungsbeschluß verlas. Sie erklärte, sie denke überhaupt nicht daran, das Grundstück umgehend zu räumen. Sie gehe in Berufung. Und selbst dann wird sich die Bank scheuen, über Nacht Bagger anrollen zu lassen, um Kreuze für die Maueropfer dem Erdboden gleichzumachen. Einer politischen Klasse, die den öffentlichen Diskurs mit staatlicher Macht lenkt, kann notfalls nur mit Mitteln des zivilen Ungehorsams eine Debatte um Geschichtspolitik aufgezwungen werden, die sie verdrängen möchte. Und plötzlich, der tapferen Frau Hildebrandt sei Dank, diskutiert ganz Berlin über das richtige Mauergedenken! Mit einem Mal wacht sogar die verschlafene CDU auf, und ihr Fraktionsvorsitzender Nicolas Zimmer fordert leicht verspätet, der Senat solle die Mauerkreuze erhalten. Täglich pilgern Hunderte Schaulustige in die Mitte Berlins, um das eindrucksvolle Denkmal zu bewundern. Frau Hildebrandt hätte einen neu zu schaffenden Nationalpreis für Zivilcourage verdient!

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