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Der Fall Joschka Fischer

In dieser Woche begann in der FAZ eine Serie „Grundkurs Demographie“. Feuilleton-Chef und Mitherausgeber Frank Schirrmacher, der seit Monaten mit seinem „Methusalem-Komplott“ in den Bestsellerlisten steht, will den Blick auf die Katastrophe der schleichenden Bevölkerungsimplosion in Deutschland lenken. Zum Auftakt der Serie schrieb er die richtigen Worte: „Der deutsche Selbsthaß hat in den letzten Jahrzehnten eine Diskussion über dieses Problem verhindert, weil, wer es aufgriff, sofort beschuldigt wurde, klassische Bevölkerungspolitik zu betreiben. Wir müssen nun erkennen, daß der Autonomen-Satz ‚Nie wieder Deutschland!‘ auf unheimliche Weise vollstreckt werden könnte.“ In der ersten Folge weist nun der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg darauf hin, daß Deutschland drei demographische Rekorde aufzuweisen hat: Erstens hat Deutschland den weltweit höchsten Anteil an Männern und Frauen (ein Drittel), die generell kinderlos bleiben. Zweitens werden in Deutschland Geburten stärker als in allen anderen Industrieländern durch Einwanderung ersetzt. Drittens: In Deutschland begann die Schrumpfung der Bevölkerung durch Geburtenrückgang am frühesten. Nämlich 1972. Was war 1972? In diesem Jahr wurde in Westdeutschland der Paragraph 218 liberalisiert, seitdem wird in deutschen Krankenhäusern legal massenhaft ungeborenes Leben getötet. Täglich rund 1.000 Kindern wird durch Abtreibung das Lebenslicht ausgeblasen, jährlich einschließlich Dunkelziffer rund 300.000 Kindern, das sind seit 1972 geschätzte acht Millionen getötete Kinder. Hauptkämpferin gegen das Lebensrecht ungeborener Kinder ist Alice Schwarzer mit ihrer Zeitschrift Emma. Im mittlerweile hochbetagten Zentralorgan des deutschen Feminismus wird auch in der jüngsten Ausgabe gebetsmühlenartig gegen Lebensschützer angeschrieben und ein angeblicher „Vormarsch“ christlicher „Fundamentalisten“ beklagt. Schwarzer ist mitverantwortlich für jenen geistig-moralischen Auflösungsprozeß, den wir seit 1968ff. zu beklagen haben. Sie ist Vertreterin einer politisch-publizistischen Klasse, die für gesellschaftliche Enthemmung auf allen Ebenen, auch für das rot-grüne Projekt der „offenen Grenzen“ und von „Multikulti“ steht – mit all seinen bedrohlichen Konsequenzen. Nun wendet sie sich in der Visa-Affäre überraschend scharf gegen Außenminister Joschka Fischer und die Grünen. So sei „vor allem den Grünen (und der willfährigen SPD) zu verdanken, daß Prostitution heute in Deutschland kein Verstoß gegen die Menschenwürde, sondern ein ‚Beruf wie jeder andere‘ ist“, geißelt Schwarzer in der neuen Emma die Regierung. Im Deutschlandfunk beklagte sie ferner, daß durch die rot-grünen Gesetze die Polizei in Bordellen nicht mehr ermitteln könne. „In dieser Politikszene“ sei „so eine Lässigkeit aufgekommen“, klagt Schwarzer völlig zu Recht und bekräftigt: „Prostitution ist kein Beruf“, und man habe es Rot-Grün zu verdanken, daß „Prostitution seit Jahren verharmlost“ werde. Nur: Zu dieser ethisch-moralischen „Lässigkeit“ hat Alice Schwarzer wie keine andere beigetragen. Vielleicht dämmert es ihr irgendwann, welchen Anteil sie an der Erosion der Werte in Deutschland hat.

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