BERLIN. In der Hauptstadt hat die Beerdigung des Berliner Clan-Paten Mehmet K. am Freitag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Tausende Trauergäste aus dem In- und Ausland nahmen Abschied von dem 62jährigen, der in dieser Woche verstorben war. Die Trauerfeier begann mit einem Totengebet in der Sehitlik-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln. Anschließend wurde der Sarg auf den Luisenkirchhof überführt.
Bereits am frühen Nachmittag hatten sich dort mehrere hundert Personen versammelt, darunter Familienangehörige, Weggefährten sowie bekannte Größen aus dem Berliner Clan-Milieu.
Kurz nach 15 Uhr wurde der Sarg in die Erde gelassen. Zahlreiche Trauergäste beteiligten sich an der Beisetzung, indem sie mit bereitgestellten Schaufeln Erde ins Grab warfen. Zuvor hatten sich nach Polizeiangaben etwa tausend Menschen zum Totengebet in der Moschee eingefunden. Unter den Trauergästen befanden sich auch Mitglieder mehrerer bekannter Berliner Familien-Clans, darunter Angehörige der Clans El Zein, Chahrour und Remmo. Issa und Firas Remmo wurden von Medienvertretern vor Ort gesichtet.
Nein, bei einer Beerdigung ist es nicht normal, dass die Polizei mit hunderten Kollegen im Einsatz ist.
(Naja, wir wissen ja insgeheim alle, wie weit die Hände der Clans in die Politik und Behörden gehen.. keiner dürfte mehr überrascht sein..) https://t.co/xMUutzqFUz
— Zara Riffler (@ZaraRiffler) January 24, 2026
Toter Clan-Boss stellt Polizei vor neue Aufgaben
Auch der türkisch-deutsche Politiker und frühere Berliner Abgeordnete Hakan Taş (Linke) nahm an der Beisetzung teil. Zahlreiche Kondolenzkränze und -gestecke wurden an der Moschee in Neukölln niedergelegt, darunter auch ein Kranz des türkischen Mafia-Bosses Sedat Peker. Für die Polizei galt die Beerdigung als sicherheitsrelevanter Einsatz. Mehrere hundert Beamte waren im Einsatz. Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gegenüber Medien: „Wer die letzten Jahrzehnte in der Hauptstadt verfolgt hat, weiß, daß mit Herrn K. eine Clan-Größe verstorben ist, die in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluß genossen hat und ein Vakuum hinterläßt.“
Weiter sagte Jendro: „So werden nicht nur Trauerfeier und Begräbnis, sondern auch der Konkurrenzkampf um Absatzmärkte und der Einfluß auf unseren Straßen Berlins Polizei vor Aufgaben stellen.“ Nach Abschluß der Beerdigung zog die Polizei jedoch ein positives Fazit. Polizeisprecher Florian Nath sagte: „Wir hatten uns auf alle Szenarien vorbereitet. Glücklicherweise mußten wir keine unserer Optionen ziehen. Alles ist störungsfrei verlaufen.“
Mehmet K. war über Jahre hinweg Gegenstand polizeilicher Ermittlungen, zu einer gerichtlichen Verurteilung kam es jedoch nie. Er kam nach eigenen Angaben im Alter von 17 Jahren aus dem türkischen Bingöl nach Berlin, absolvierte eine Ausbildung zum Dreher und Maschinenschlosser und bezeichnete sich selbst als „Geschäftsmann“. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Sein Vermögen soll er vor allem mit Wettbüros, Gastronomiebetrieben und Immobilien erwirtschaftet haben. In Berlin sollen ihm allein 14 Filialen des Sportwetten-Anbieters „Wettarena“ gehört haben.
Noch vor wenigen Wochen war es zu einem mutmaßlichen Attentat auf den Clan-Paten gekommen. Unbekannte feuerten nach Polizeiangaben rund 20 Schüsse auf seine Villa im Stadtteil Lichterfelde ab. Mehmet K. setzte daraufhin ein Kopfgeld in Höhe von 500.000 Euro auf die Täter aus. (rr)






