BERLIN. Der großflächige Stromausfall der den Südwesten Berlins am frühen Samstagmorgen lahmgelegt hat, kann laut dem Netzbetreiber voraussichtlich erst bis Donnerstag den 6. Januar 2026 vollständig behoben werden. Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin sind rund 45.000 Haushalte sowie 2.000 Gewerbebetriebe durch den Brandanschlag in Mitleidensschaft gezogen worden.
Betroffen sind unter anderem die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Ursache ist nach Angaben des Betreibers der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, durch den mehrere Leitungen zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt wurden. Zumindest im Ortsteil Lichterfelde könnte der Strom schneller wieder bereitgestellt werden.
Teile Berlins wirken gespenstisch nach dem Anschlag auf das Stromnetz. Sicherheitskräfte patrouillieren in den Straßen. Die Polizei versucht notdürftig wichtige Kreuzungen mit Notstrombeleuchtung zu sichern. Dieter Stein (@Dieter_Stein) ist vor Ort. pic.twitter.com/ib9uylxLT0
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) January 3, 2026
Das Feuer wurde inzwischen gelöscht, die Brandursache ist noch unklar. Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz. Die Polizei wies darauf hin, daß infolge des Stromausfalls auch Mobil- und Festnetzverbindungen beeinträchtigt sein könnten. Einsatzkräfte befinden sich vor Ort. Ein Polizeisprecher machte sich ein Bild von der Lage an der Brandstelle und vermutet einen Brandanschlag. Dem Staatsschutz liege eine Bekennerschreiben vor, dessen Authentizität geprüft werden.
Unerwähnt lässt der Beitrag die bisherigen polizeilichen und nachrichtendienstlichen Erkenntnisse zu Ursache und Urhebern: ein „spontaner“ Brand einer Verteilerstation in der Bremer Straße ab 06:03 Uhr und entsprechende Verabredungen zu solchen Taten im Phänomenbereich… https://t.co/xR8kj7zZlG
— Marcel Luthe – Good Governance (@GGLuthe) January 3, 2026
Erinnerungen an Brandanschlag vom September
Berlins Senatorin für Wirtschaft und Energie Franziska Giffey erklärte: „Wer kann, sollte bei Freunden oder Familienangehörigen außerhalb der betroffenen Gebiete unterkommen. Die Berliner Polizei und Feuerwehr informieren außerdem über Maßnahmen und Notfallpläne für die Bevölkerung.“ In einzelnen Bereichen mußten Patienten aus Pflegeeinrichtungen verlegt werden.
Der Vorfall erinnert in seiner Dimension an einen Stromausfall im September, als im Südosten Berlins ein politisch motivierter Brandanschlag ebenfalls rund 50.000 Kunden betraf und die Versorgung über Tage gestört war (die JF berichtete). 
Bewohner wurden aufgefordert, aufmerksam zu bleiben und bei Notfällen direkt Polizeibeamte anzusprechen oder die nächste Wache oder Feuerwache aufzusuchen, falls Notrufe nicht möglich sein sollten. Die Reparaturarbeiten sollen nach derzeitiger Einschätzung bis in die Abendstunden andauern. Besonders kritisch ist, daß die Meteorologen für die kommende Woche in Berlin bis zu minus 10 Grad Celsius erwarten.(rr)





