DRESDEN. Die sächsische Polizei hat einen „alarmierenden Anstieg“ der Gewaltkriminalität im Freistaat festgestellt. Insgesamt registrierte sie im vergangenen Jahr 9.703 entsprechende Delikte, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Bundesland hervorgeht, die Landesinnenminister Armin Schuster am Dienstag vorstellte. Demnach hat die Gewaltkriminalität seit 2021 kontinuierlich zugenommen, insgesamt um rund 40 Prozent.
Aufgeschlüsselt nach einzelnen Deliktarten ergibt sich folgendes Bild: Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung sind seit 2021 um 39 Prozent gestiegen (jetzt 7.370 Fälle), Raubdelikte um 40 Prozent (1.856 Fälle) und Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen sowie sexuelle Übergriffe im besonders schweren Fall um 73 Prozent (418 Fälle). Mord, Totschlag sowie Tötung auf Verlangen gingen dagegen leicht um 13 Prozent zurück auf nun noch 54 Fälle.
Politisch motivierte Kriminalität auf Allzeithoch
Derweil befindet sich die politisch motivierte Kriminalität auf einem Allzeithoch. Hier registrierte die Polizei insgesamt 8.009 Fälle und damit zwei Drittel mehr als 2021. Der mit Abstand größte Teil wird dabei dem rechten Phänomenbereich zugeordnet. Insgesamt stieg rechts motivierte Kriminalität seit 2021 um 124 Prozent, links motivierte Kriminalität um 25 Prozent.
Was die Kriminalität insgesamt angeht, hebt die Polizei hervor, daß sich immer mehr Kinder unter den Tatverdächtigen befänden. Dies betrifft gerade auch den Bereich der Gewaltkriminalität. Hier stieg die Zahl der festgestellten tatverdächtigen Kinder im Vorjahresvergleich um 35 Prozent, die der Jugendlichen um 17 Prozent.
Zugleich macht die Polizei deutlich, daß immer mehr Ausländer zu Tatverdächtigen werden. Seit 2015 stieg ihre Zahl um 65 Prozent auf jetzt 25.086. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen stieg im selben Zeitraum von 16 Prozent auf mittlerweile 27 Prozent.
Bundesweit klettert die Gewaltkriminalität auf Höchststand
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) betonte am Dienstag, Sachsen sei und bleibe ein sicheres Bundesland. Zugleich hob er hervor, der Anstieg der Gewaltdelikte sei „ein lautes Alarmsignal, das die volle Aufmerksamkeit aller gesellschaftlichen Bereiche fordert“. Über den Anstieg ausländischer Tatverdächtiger sagte er, eine „sehr kleine Gruppe der Zuwanderer mit Asylhintergrund“ sei für nahezu die Hälfte aller Straftaten dieser Gruppe verantwortlich.
Die AfD zeigte sich entsetzt über die neuen Zahlen. „Ich kann auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum CDU-Innenminister Armin Schuster die ausländischen Intensivtäter immer noch als ’kleine Gruppe‘ verharmlost“, monierte der innenpolitische Sprecher der Lanmdtagsfraktion, Sebastian Wippel. „Fakt ist: Bei der Ausländergewalt gab es einen Kontrollverlust. Um die Kontrolle zurückzuerlangen, braucht es eine grundsätzlich andere Migrationspolitik und eine großangelegte Abschiebeoffensive.“
Die Zahlen der sächsischen PKS decken sich mit Trends, die auch in anderen Bundesländern zu beobachten sind. Am Mittwoch wird Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) die Polizeiliche Kriminalstatistik für ganz Deutschland vorstellen. Wie der Spiegel vorab berichtete, erreichten Delikte aus dem Bereich der Gewaltkriminalität im vergangenen Jahr mit 217.300 Taten einen neuen Höchststand. Aus der bundesweiten PKS geht demnach außerdem hervor, daß die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen sowie der tatverdächtigen Ausländer jeweils spürbar zugenommen hat. (ser)