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„Wache Nord“: Dortmunder Polizisten: Durften keine Migranten kontrollieren

„Wache Nord“: Dortmunder Polizisten: Durften keine Migranten kontrollieren

„Wache Nord“: Dortmunder Polizisten: Durften keine Migranten kontrollieren

Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen der Polizei auf einen 16-Jährigen protestieren mehrere hundert Demonstranten vor der Polizeiwache Nord gegen den Tod des Jungen. In der Kritik steht der martialisch anmutende Einsatz einer Maschinenpistole, aus der sechs Schüsse abgefeuert wurden. Polizisten schildern nun, was abgeht.
Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen der Polizei auf einen 16-Jährigen protestieren mehrere hundert Demonstranten vor der Polizeiwache Nord gegen den Tod des Jungen. In der Kritik steht der martialisch anmutende Einsatz einer Maschinenpistole, aus der sechs Schüsse abgefeuert wurden. Polizisten schildern nun, was abgeht.
„Wache Nord“
 

Dortmunder Polizisten: Durften keine Migranten kontrollieren

Sie müssen einen afrikanischen Straftäter laufen lassen und werden rechter Tendenzen beschuldigt. Um schlechte Presse zu vermeiden, drangsaliert das Dortmunder Polizeipräsidium offenbar die eigenen Leute. Polizisten erzählen, wie schlimm die Zustände mittlerweile sind.
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DORTMUND. Polizisten der Dortmunder „Wache Nord“ haben schockierende Details über ihren Arbeitsalltag preisgegeben. „Gibt es Vorwürfe, egal ob von Intensivtätern oder Linksextremen, wird man sofort fallen gelassen. Eine Unschuldsvermutung gibt es für uns nicht mehr“, schilderte ein Beamter der Bild-Zeitung.

Es finde eine „bewußte Kriminalisierung von Kollegen“ statt. Selbst wer sachlich schildere, was falsch laufe, werde angehalten, sich versetzen zu lassen. Fast täglich werde Druck auf die ausgeübt. Wie auch seine Kollegen möchte der Beamte anonym bleiben.

Statt Rückendeckung gebe es Überwachung, klagt einer von ihnen. „Es wurden sogar unsere Sozialräume durchsucht, private Fotoalben beanstandet, wir hätten angeblich rechtsradikale Tendenzen. Der Polizeipräsident will nur, daß er gut dasteht, wir interessieren ihn nicht.“ Mittlerweile gebe es ein Versetzungsgesuche nach dem anderen. Kaum einer wolle bei der „Wache Nord“ bleiben.

Beamte sollen möglichst wenige Migranten kontrollieren

Besonders brisant sind auch die Vorschriften, die die Einsatzkräfte offenbar befolgen müssen. Grund dafür sei der Tod des senegalesischen Flüchtlings Mouhamed D. Der 16 Jahre alte, mit einem Messer bewaffnete Jugendliche war im vergangenen Jahr in der Dortmunder Nordstadt bei einem Einsatz erschossen worden.

Polizisten schildern nun, daß es es aus Angst vor schlechter Presse die klare Anweisung gibt, möglichst wenige Migranten zu kontrollieren. „Aber wen sollen wir dann in der Nordstadt kontrollieren, da leben fast nur noch Migranten?“, wirft ein Ordnungshüter auf. „Bei einer Demonstration nach den tödlichen Schüssen hatte ein Afrikaner eine Demo gegen Polizeigewalt angemeldet. Der wurde aber laut den Schilderungen mit Haftbefehl gesucht. Und wurde trotzdem aus dem Präsidium verboten, den Mann bei der Demo festzunehmen. Das gäbe Bilder, die man jetzt nicht gebrauchen könnte.“

Polizisten müssen mit Straftätern Kaffee trinken

Zur Krönung würden sogenannte Begegnungsfeste veranstaltet, bei denen Glücksräder vor der Wache aufgestellt würden. Die Beamten müßten dann mit polizeibekannten Personen Kaffee trinken. Es sei „echt absurd“.

Mittlerweile gebe es einen Teufelskreis. „Wenn du jemanden festnimmst und es kommt zur Gegenwehr und du mußt durchgreifen, bist du nachher noch der Dumme. Also läßt man es besser“, zeigt sich ein Polizist betrübt. „Es findet keinerlei Wertschätzung, kein Respekt vor unserer schwierigen Arbeit mehr statt.“ Von den Kriminellen in der Nordstadt würden sie indes nicht einmal mehr ernst genommen.

Eine Anfrage der JUNGEN FREIHEIT ließ das Dortmunder Polizeipräsidium bislang unbeantwortet. (zit)

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