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„Transatlantisches Forum“: Enthüllung über CDU-Intrige: Wie es zur Merz-Blamage kam

„Transatlantisches Forum“: Enthüllung über CDU-Intrige: Wie es zur Merz-Blamage kam

„Transatlantisches Forum“: Enthüllung über CDU-Intrige: Wie es zur Merz-Blamage kam

Transatlantisches Forum: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (links) sagt - wegen Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel (rechts)?
Transatlantisches Forum: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (links) sagt - wegen Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel (rechts)?
Transatlantisches Forum: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (links) sagt ab – wegen Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel (rechts)? Fotos: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann & picture alliance/dpa | Michael Kappeler
„Transatlantisches Forum“
 

Enthüllung über CDU-Intrige: Wie es zur Merz-Blamage kam

BERLIN. Mit seiner abgesagten Teilnahme am „Transatlantischen Forum“ hat sich CDU-Chef Friedrich Merz bis auf die Knochen blamiert. Nur zwei gravierende Beispiele: Der von ihm umgarnte US-Senator Lindsey Graham will mit dem deutschen Oppositionsführer nichts mehr zu tun haben, und Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer nennt den 64jährigen ein „Würstchen“.

Nun enthüllt Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel, dessen Teilnahme als Rechtfertigung für die Merz-Absage herhalten mußte, wer bei dem Akt im Hintergrund die Fäden zog. Demnach stecken die linken CDU-Karrieristen Marian Bracht und Jacob Schrot hinter dem Cancel-Culture-Desaster.

Warum machte Merz seinen Gegner zum Büroleiter?

Schrot ist Merz‘ Büroleiter in der Unionsfraktion und deren Strategie- und Planungskommissions-Chef. Bracht leitet Merz‘ Büro in der CDU-Bundesgeschäftsstelle. Beide sind 31 Jahre alt und entschlossen sich, so schildert es Steinhöfel, ihren Chef am 2. August um 8:30 Uhr vor der Morgenlage abzufangen. Sie redeten auf ihn, bis dieser die Teilnahme am von der konservativen Denkfabrik „The Republic“ organisierten „Transatlantischen Forum“ absagte.

Hintergrund: Einen Tag zuvor hatte der Grünen-Politiker Konstantin von Notz auf Twitter gehetzt, Merz hätte „nicht mehr alle Latten am Zaun“, ginge er zu dem Event. Schließlich, so retweetete der Grüne, nehmen auch ein „Trump-Fan“ sowie der „Ultrarechte Joachim Steinhöfel, der Achgut-Pöbler Henryk Broder“ daran teil. Und „The Republic“ hieß plötzlich „rechtsextremes Hetzforum“.

Pikant: Bracht ist laut Steinhöfel in der CDU als „Merz-Gegner“ bekannt und löschte, „als sich der Wind in der Union drehte, zügig“ seine Anti-Merz-Tweets. Am 1. August machte ihn der CDU-Chef zu seinem Büroleiter. Was für ein Einstand: Nur einen Tag später sorgte der Opportunist dafür, daß sich sein Vorgesetzter national und international unmöglich machte. Marian Bracht geriet in Panik: Am Sonnabend, kurz nach Steinhöfels Enthüllung, löschte er sein gesamtes Twitter-Profil. Der Jurist spekuliert, „daß die Anzahl der dort noch vergrabenen Anti-Merz-Tweets einen solchen Umfang hatte, daß er einer Überprüfung durch die interne Revision der CDU nur durch diesen beherzten Schritt entgehen konnte“.

Das Rechtsstaatsprinzip und der CDU-Chef

Über die Motive Brachts und Schrots schreibt Steinhöfel auf seiner Webseite: „Beide wollten die Veranstaltung ohnehin schon vorher torpedieren, weil sie, wie die Grünen und Kevin Kühnert, denen sie möglicherweise auch hier weltanschaulich näherstehen als Merz, Graham für die Inkarnation des Teufels halten.“

Tatsächlich seien sie aber anders vorgegangen und hätten Steinhöfel und Broder vorgeschoben, so der Rechtsanwalt. Weil er Max Otte in dem Parteiausschlußverfahren, das die Union gegen diesen eingeleitet hatte, vertreten habe, sei Steinhöfel „juristischer Gegner der Union und Gegner von Merz“. Mit so einem könne sich der CDU-Chef nicht auf einer Bühne zeigen. Es sei „zuviel verlangt“, spottet Steinhöfel, wenn diese „beiden juvenilen Bürohengste“ schon einmal etwas „vom Rechtsstaatsprinzip gehört oder dieses gar verstanden hätten“. Auf jeden Fall habe jeder das Recht auf einen Anwalt.

Steinhöfel: „Der Gipfel der fachlichen Inkompetenz aber, und das schließt Merz, selbst Jurist, mit ein, ist es, daß die Herren nicht einmal mit der Schiedsgerichtsordnung der eigenen Partei vertraut zu sein scheinen.“

Der Pilot Merz als „Tiefflieger“

Bracht oder Schrot steckten demnach nach ihrer erfolgreichen Aktion die Absage der Zeit, die diese dann verkündete. Der spektakuläre Schritt wurde also nicht einmal von Merz selbst kommuniziert. Steinhöfel: „Manche werden vielleicht fragen, wie will eigentlich der Jurist Friedrich Merz das Land regieren, wenn er nicht einmal die Satzung der eigenen Partei kennt.“

Sollte der CDU-Chef nicht bereit sein, sich von seinen beiden Büroleitern, die hinter der Intrige stecken, zu trennen, hat der Jurist für den Flugzeugpiloten Merz noch einen guten Ratschlag: „Dann machen Sie doch eine Schule für Tiefflieger im Sauerland auf. Auch das kann Spaß machen, und die Umgewöhnung ist vielleicht nicht gar so groß, wie sie befürchten.“ (fh)

Transatlantisches Forum: Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (links) sagt ab – wegen Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel (rechts)? Fotos: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann & picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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