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Flutkatastrophe mit 135 Toten: Ahrtal: Ging der Innenminister schlafen, als Tausende um ihr Leben kämpften?

Flutkatastrophe mit 135 Toten: Ahrtal: Ging der Innenminister schlafen, als Tausende um ihr Leben kämpften?

Flutkatastrophe mit 135 Toten: Ahrtal: Ging der Innenminister schlafen, als Tausende um ihr Leben kämpften?

Nach der Flutkatastrophe: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner mit den verantwortlichen Ministern im Ahrtal: Roger Lewentz (SPD, links) und Anne Spiegel (Grüne, rechts).
Nach der Flutkatastrophe: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner mit den verantwortlichen Ministern im Ahrtal: Roger Lewentz (SPD, links) und Anne Spiegel (Grüne, rechts).
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner mit den verantwortlichen Ministern im Ahrtal: Roger Lewentz (SPD, links) und Anne Spiegel (Grüne, rechts). Foto: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
Flutkatastrophe mit 135 Toten
 

Ahrtal: Ging der Innenminister schlafen, als Tausende um ihr Leben kämpften?

MAINZ. Der Vorwurf wiegt schwer: Während Tausende im Ahrtal um ihr Leben kämpften, sei Rheinland-Pfalz‘ Innenminister Roger Lewentz (SPD) schlafen gegangen. Heute muß er sich im Untersuchungsausschuß unangenehmen Fragen stellen.

Die damalige rheinland-pfälzische Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) ist als Bundesministerin bereits darüber gestolpert, daß sie in jener Nacht, als 135 Menschen starben, lieber essen ging und ihr Handy abschaltete, als sich um die Flutkatastrophe zu kümmern. Der Innenminister scheint ebenfalls zum kompletten Staatsversagen beigetragen zu haben.

Die Bild fragt mit Blick auf den SPD-Politiker und die Flut nun: „Warum hat er nichts getan?“ Harte Vorwürfe kommen auch von der CDU. Oppositionsführer Christian Baldauf spricht von „schwerwiegenden Versäumnissen“ vor. Er meint: „Dafür trägt der Innenminister die politische Verantwortung.“

Lewentz will „kein belastbares Lagebild“ gehabt haben

Bisher hatte sich der Sozialdemokrat damit herausgeredet, „kein belastbares Lagebild“ gehabt zu haben. Die Frage, die sich stellt, lautet: Wenn nicht der Innenminister, wer sollte dann ein belastbares Lagebild haben? Tatsache ist: Ab 18:30 Uhr waren am 14. Juli 2021 die Warnungen für die Flutkatastrophe bekannt. Doch die Politik ergriff keinerlei Maßnahmen. Auch nicht, als um 21.27 Uhr das Lagezentrum des Polizeipräsidiums Koblenz das Innenministeriums informierte, daß „ganze Häuser weggeschwommen“ seien.

Danach trudelten immer weitere furchtbare Meldungen aus den Ahrdörfern beim Innenminister ein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Baldauf kritisiert nun, daß Lewentz nicht die Verteidigungsministerin informiert und die amerikanischen Streitkräfte nicht um Unterstützung gebeten habe.

Um 0.58 Uhr reagierte Lewentz auf die Nachrichten und schrieb Ministerpräsidenten Marie-Luise Dreyer (SPD) eine SMS: „Liebe Malu, die Lage eskaliert. In der Ortsgemeinde Schuld, Landkreis Ahrweiler, sind wohl sechs Häuser eingestürzt. Weitere Einstürze drohen. Es kann Tote geben/ gegeben haben.“ Danach hörte man nichts mehr vom Innenminister. Die Bild spekuliert, Lewentz habe sich mit dieser Nachricht schlafen gelegt. (fh)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner mit den verantwortlichen Ministern im Ahrtal: Roger Lewentz (SPD, links) und Anne Spiegel (Grüne, rechts). Foto: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
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