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Werbebanner für den „Gerechtigkeitskongreß“ der Grünen Jugend und der Grünen Jugend Freiburg
Werbebanner für den „Gerechtigkeitskongreß“ der Grünen Jugend und der Grünen Jugend Freiburg Fotos: Grüne Jugend / Grüne Jugend Freiburg / JF-Montage

Sozialistische Plakatmotive
 

Propagandapanne bei Grüner Jugend

BERLIN. Die Grüne Jugend hat Fehler beim Erstellen eines Werbeplakates eingestanden. Bei der Auswahl der Ästhetik habe man es an der nötigen Sensibilität vermissen lassen, räumte ein Sprecher der Grünen Jugend am Montag gegenüber der Bild ein.

Stein des Anstoßes sind zwei Illustrationen, die die Grüne Jugend für ihren Frühjahrskongreß verwendet hat, der Ende April stattfand. Eines zeigt einen dunkelhäutigen Mann und eine hellhäutige Frau neben einer roten Flagge mit entschlossen gereckten Häuptern. Darüber die Losung: „Many Struggles – One Fight“. Verantwortlich für das Motiv zeichnen die Grüne Jugend Freiburg.

Auf einem weiteren Bild, das auch auf der Internetseite des Bundesverbands der Grünen Jugend veröffentlicht wurde, strecken eine Frau und ein Mann ihre Arme empor und ergreifen eine Fahnenstange mit roter Flagge. Auch hier ist der Mann wieder dunkelhäutig.

Grüne Jugend gibt sich unwissend

Die Bilderwahl des Grünen-Parteinachwuchses hatte in den sozialen Medien für Empörung gesorgt. Hauptkritikpunkt war, daß die Bilder an Propagandamotive aus der Sowjet-Ära erinnerten.

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Am Montag griff auch die Bild den Fall auf und titelte „Grüne Jugend warb mit Lenin-Propaganda“. Bei beiden Werbepostern habe sich die Grüne Jugend bei zwei Propaganda-Plakaten des „Gesamtsowjetischen Leninschen Kommunistischen Jugendverbands – Komsomol“ bedient, schrieb das Blatt. Komsomol war die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.

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Der Zeitung entgegnete der Sprecher der Grünen Jugend am Montag, sie hätten nicht gewußt, daß es sich um Motive der kommunistischen Jugend der Sowjetunion gehandelt habe. „Wir wurden erst durch Ihre Mail darauf aufmerksam, daß besagte Organisation vor 90 Jahren ein ähnliches Motiv verwendet hatte“, äußerte er sich zu den Vorwürfen.

Als Quelle für die Bilder nannten die Grünen eine Adobe-Stock-Sammlung. Dort werden diese Bilder in einem „Revolution Promoting Set“ angeboten. Tatsächlich erinnern einige der Motive, eingeschlossen der zwei, die die Grüne Jugend gewählt hatte, an die Bildsprache der kommunistischen Propaganda.

Am Ende blieb allerdings noch eine Frage offen, nämlich die des Bild-Reporters, weshalb die Grüne Jugend auf beiden Bildern den Mann zu einem Schwarzen gemacht hatte – im Original aus der Adobe-Stock-Sammlung ist er hellhäutig. Hierzu äußerte sich der Sprecher der Grünen Jugend nicht. (hl)

Werbebanner für den „Gerechtigkeitskongreß“ der Grünen Jugend und der Grünen Jugend Freiburg Fotos: Grüne Jugend / Grüne Jugend Freiburg / JF-Montage
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