US-Soldaten und Afghanen auf dem US-Stützpunkt Ramstein Foto: picture alliance/dpa | Uwe Anspach
US-Soldaten und Afghanen auf dem US-Stützpunkt Ramstein Foto: picture alliance/dpa | Uwe Anspach

Bericht der Bundespolizei
 

In EU-Länder evakuierte Afghanen wollen nach Deutschland

BERLIN. Die Bundespolizei hat 70 Afghanen aufgegriffen, die nach ihrer Evakuierung durch US-Truppen in andere EU-Länder nach Deutschland weitergereist sind. In den vergangenen Wochen wurden 32 Personen registriert, die vermutlich zuvor nach Polen ausgeflogen worden waren, 26 nach Italien, sieben nach Frankreich und fünf nach Spanien, berichtete die Welt unter Berufung auf Angaben der Bundespolizei. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich höher, da derzeit nur an der deutsch-österreichischen Grenze vorübergehende Kontrollen wieder eingeführt wurden.

Auch von anderen EU-Staaten evakuierte Afghanen reisen demnach in die Bundesrepublik ein, um dort Asylanträge zu stellen. So habe eine Familie angegeben, von italienischen Streitkräften aus Afghanistan ausgeflogen worden zu sein, wo sie zunächst um Asyl bat. Sie hätten sich in dem Land aber nicht wohlgefühlt, begründeten sie ihre Weiterreise.

Politiker werben für Aufnahme von Afghanen

Anfang September seien ähnliche Fälle registriert worden. Beispielsweise schleusten bereits in Deutschland lebende Afghanen Landsleute aus Italien ein. Diese hatten in dem südeuropäischen Land bereits Asylanträge gestellt.

Angesichts der Machtübernahme der Taliban plädierten schon im August deutsche Politiker für die Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen. So bot Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) an, die Hansestadt könne 200 Personen aufnehmen. Nach ihrer Evakuierung durch das US-Militär auf dessen Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein hatten Anfang des Monats 90 Afghanen ebenfalls Asyl in Deutschland beantragt, meldete die Nachrichtenagentur dpa damals. (ag)

US-Soldaten und Afghanen auf dem US-Stützpunkt Ramstein Foto: picture alliance/dpa | Uwe Anspach
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