Ebmeyer
Michael Ebmyer (2017) Foto: Wikimedia/Ferran Cornellà mit Lizenz CC BY-SA 4.0 https://bit.ly/3hAxaoS

Baerbock-Buch
 

Publizist Ebmeyer: Habe mit Plagiatsstellen nichts zu tun

BERLIN. Der Publizist Michael Ebmeyer hat jegliche Verantwortung in der Plagiatsaffäre um das Buch der Grünen-Chefin Annalena Baerbock zurückgewiesen. Auf Facebook veröffentlichte Ebmeyer am Dienstag eine Stellungnahme des Ullstein-Verlags, aus der hervorgeht, daß er im vergangenen Winter lediglich lange Gespräche mit der Grünen-Spitzenkandidatin geführt habe, deren Verschriftlichung die Grundlage für Baerbocks Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ gewesen sei.

Baerbock habe das Buch in seiner vorliegenden Form ohne Ebmeyer geschrieben, versicherte der Verlag. Der Publizist schrieb auf Facebook dazu: „Unten das Statement vom Verlag, das hoffentlich noch dem letzten Besserwisser klarmacht, daß ich mit den beanstandeten Stellen im Buch nichts zu tun habe.“ Mit der Kampagne gegen Baerbock sei auch versucht worden, seinen Namen in den Dreck zu ziehen.

Ebmeyer: Vorwürfe sind scheinheilig

Gleichzeitig wies Ebmeyer Behauptungen zurück, es habe ein Zerwürfnis zwischen ihm und Bearbock gegeben und nahm die Grünen-Chefin gegen ihre Kritiker in Schutz. „Die Vorwürfe gegen das Buch finde ich scheinheilig. Es ist kein Fachbuch, sondern eine Darlegung der Agenda, mit der die Kandidatin antritt, und ein Überblick zu ihrem Weg in die und in der Politik. Und über alle Demontageversuche sollte nicht vergessen werden, daß diese Kandidatin und ihre Partei die einzigen sind, die für den Klimaschutz, die dringlichste politische Aufgabe der nächsten Jahre, überhaupt einen Plan haben.“

Ebmeyer, der auch schon als Ko-Autor des SPD-Politikers Heiko Maas („Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen Rechts“) in Erscheinung trat, taucht namentlich in Baerbocks Buch nur in der Danksagung auf, nicht aber auf dem Buchdeckel oder in den bibliographischen Angaben. Er habe in langen persönlichen Gesprächen Dinge aus ihr herausgekitzelt, die ihr erst damit bewußt geworden seien, verriet die 40jährige.

Verlag will Quellenangaben nachreichen

Der österreichische Plagiatsjäger Stefan Weber hat bislang mehr als 40 zu beanstandende Passagen in dem Buch ausgemacht, bei denen Baerbock abgekupfert und sich bei fremden Federn bedient haben soll. Darunter finden sich auch Stellen, in denen die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl persönlich Erlebtes schildert, allerdings in und mit den Worten anderer.

Baerbock hatte sich nach dem Aufkommen der Plagiats-Vorwürfen damit gerechtfertigt, sie habe kein politisches Sachbuch geschrieben, sondern zeigen wollen, welches Programm ihr für Deutschland vorschwebe. Auch der Ullstein-Verlag verteidigte das Buch und seine Autorin.

„Das Manuskript von Annalena Baerbocks Buch ist im Verlag sorgfältig und nach sämtlichen verlagsüblichen Standards lektoriert worden“, hieß es. Nachdem die Liste der Plagiatsfälle jedoch immer länger wurde, kündigte der Verlag an, eine mögliche weitere Auflage sowie die E-Book-Version um zusätzliche Quellenangaben zu ergänzen. Urheberrechtsverletzungen könne man aber in keinem Fall erkennen. (krk)

Michael Ebmyer (2017) Foto: Wikimedia/Ferran Cornellà mit Lizenz CC BY-SA 4.0 https://bit.ly/3hAxaoS
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