Ausschreitungen werden folgen
Pro-Palästinensicher Protest in Berlin am 15. Mai. Foto: picture alliance, AP, Michael Sohn

Polizei schreitet ein
 

Ausschreitungen bei Pro-Palästina-Demo

BERLIN. Bei einer pro-palästinensischen Demonstration am Berliner Hermannplatz kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei gab an, daß, aus der zur Auflösung aufgeforderten Gruppe von 1.200 Demonstranten, Flaschen, Pflastersteine, Böller und Rauchbomben geworfen wurden. Durch verschiedene Wurfgeschosse wurden Demonstranten, Journalisten und Polizisten verletzt.

Die Polizei versuchte einige Demonstranten festzunehmen, war aber oft derart in der Unterzahl, daß andere Demonstranten diese wieder befreien konnten. Die Beamten setzen Reizgas zu ihrer Verteidigung ein.

Angemeldet wurde die Veranstaltung von Samidoun Deutschland, die der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) nahesteht. Die Terrororganisation PFLP lehnt Frieden mit Israel ab und befürwortet Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung. Demonstranten schwenkten auch Flaggen der Sowjetunion und betitelten Israel als „imperialistisch“ oder forderten auf Arabisch, Tel Aviv zu bombardieren. Ziel der Angriffe der Demonstranten waren Polizisten, Journalisten, aber auch private Hauseingänge.

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Auch Demos in anderen Städten

Auch in anderen Städten wurde der aufflammende Konflikt zwischen Israel und Palästina zum Anlaß für Demonstrationen. Zu physischer Gewalt kam es dabei mehrheitlich nicht. Junge Männer skandierten in Köln „Israel terrorist, free Palestine“, im Hamburg „Freiheit für Palästina – vom Fluß bis zum Meer“. Demos gegen Israel oder dessen Politik gab es auch in Leipzig, Bochum und Essen.

Laut Polizei beziehen sich die Versammlungen in Neukölln und Kreuzberg auf den Tag der „Nakba“ (deutsch: Katastrophe) am 15. Mai. Die Palästinenser gedenken der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Es gab in verschiedenen Städten Deutschlands auch kleinere und friedliche Demonstrationen für Israel, dessen Existenzrecht oder gegen Antisemitismus.

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Auch an den Vortagen war es schon zu Protesten in ganz Deutschland gekommen. Dabei wurden Israelflaggen verbrannt und antisemitische Sprechchöre vorgetragen. Außenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte diese Handlungen: „Für Antisemitismus gibt es keine Rechtfertigung – durch nichts. Wer Juden beleidigt oder Synagogen angreift, gehört nicht auf die Straße, sondern vor Gericht. Wir müssen gerade jetzt alles tun, um jüdisches Leben bei uns zu schützen.“

 

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Angriffe innerhalb Israels

Seit Tagen feuert die Terror-Gruppe Hamas Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel. Durch die etwa 2.300 Geschosse sind in Israel 7 Menschen getötet worden. Das israelische Verteidigungssystem Kippat Barzel (Eiserne Kuppel) fing über 90 Prozent der Raketen ab. Bei israelischen Luftangriffen auf die Raketenstellungen der Hamas starben laut dem Gesundheitsministerium in Gaza bisher 140 Menschen. Über 1.000 wurden verletzt. Darunter befinden sich auch Kinder, da die Raketenstellungen oft in Wohngebieten aufgebaut wurden.

Auch ein Hochhaus, in dem Journalisten der Associated Press (AP) und des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera untergebracht waren, wurde durch einen israelischen Schlag zerstört. Die Journalisten wurden zuvor telefonisch zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert. Die AP zeigte sich schockiert: „Wir sind nur knapp einem schrecklichen Verlust von Menschenleben entgangen.“ Fortan werde die Welt weniger Informationen aus dem Gaza-Streifen erhalten. Ziel des Angriff waren laut israelischen Angaben ebenfalls in dem Gebäude untergebrachte Einheiten des Geheimdienstes der Hamas. Die Terrorgruppe kündigte Vergeltung an.

Innerhalb von Israel kam es in den vergangenen Tagen ebenfalls zu übergriffen. Zunächst hatten vor allem pogromartige Szenen in der von arabischen und jüdischen Bürgern gemeinsam bewohnten Stadt Lod nahe Tel Aviv für Fassungslosigkeit gesorgt. Dort steckten Araber unter anderem Synagogen in Brand. Am Mittwoch dann prügelte ein jüdischer Mob in Bat Jam auf einen offenbar arabischen Autofahrer ein – die Szenen waren live im Fernsehen zu sehen. Auch in anderen Städten kam es zu schwerer Gewalt. (mp)

Pro-Palästinensicher Protest in Berlin am 15. Mai. Foto: picture alliance, AP, Michael Sohn
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