Tadzio Müller
Tadzio Müller: Der radikale Klima-Protestler träumt von der „grünen RAF“ Foto: picture alliance / POP-EYE | POP-EYE/Stefan Mueller

Gewaltfantasie
 

Radikaler Klima-Schützer droht mit Sabotage

BERLIN. Der Klima-Schützer Tadzio Müller hat eine Radikalisierung der Klima-Proteste prophezeit. „Wir werden sehr wahrscheinlich eine dreifache Radikalisierung erleben. Eine Radikalisierung der Klimakrise. Eine Radikalisierung der Ignoranz, um die kognitive Dissonanz zu verarbeiten. Und dann, als Reaktion, eine Radikalisierung der Klimaproteste“, sagte Müller dem Spiegel.

Wie das seiner Ansicht nach aussehen werde, schilderte Müller wie folgt: „Zerrdepperte Autoshowrooms, zerstörte Autos, Sabotage in Gaskraftwerken oder an Pipelines. Das wird es nächsten Sommer auf jeden Fall geben. Ich höre das aus der Bewegung, sogar von eher moderaten Akteuren.“ Das militante Klima-Bündnis „Ende Gelände“ habe bereits Pläne für Sabotageakte.

„Natürlich werden alle darauf achten, daß niemand zu Schaden kommt. Die entscheidende Frage ist: Was geschieht nach den ersten Sabotageakten? Wie reagiert die Gesellschaft, wenn nachts regelmäßig Autobahnbaustellen verwüstet werden?“

Gewalt als Notwehr

Der Staat werde daraufhin massiv gegen die Klimaschutz-Bewegung vorgehen, weshalb einige Anhänger in den Untergrund gingen, kündigte Müller an. „Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF. Oder Klimapartisanen. Oder Sabotage for Future. Wie auch immer sie sich dann nennen.“ Die sei unvermeidlich, wenn die „Repression gegen Notwehraktionen zu heftig ausfällt“.

Es gehe längt um Notwehr. „Notwehr ist die straffreie Verteidigung gegen einen Angriff, bei dem einem Angreifer Schaden zugefügt wird. Wenn jemand ein Gaskraftwerk sabotiert oder Autos zerstört, ist das mittlerweile Notwehr. Es ist legitim, Dinge kaputt zu machen.“

Müller ist einer der führenden Köpfe der radikalen Klima-Bewegung und gehört zu den Mitgründern von „Ende Gelände“. Er arbeitete für die Linkpartei-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung und verdingt sich unter anderem als „Sexarbeiter“.

Der taz verriet Müller im vergangenen Jahr die „Arbeit als Sexworker“ sei für ihn auch politisch relevant, weil das für ihn ein Bruch mit der Normalität sei, die die Welt zerstöre. „Jetzt werde ich BDSM-Hure für Klimagerechtigkeit. Von den gesellschaftlichen Rändern kann man die härtesten politischen Angriffe starten, weil man von da aus den Normalwahnsinn am besten entlarven kann.“ Bereits zuvor hatte Müller seine HIV-Erkrankung öffentlich gemacht. Diese führte er auf häufigen Sex mit verschiedenen Männern und Drogenkonsum zurück. (krk)

Tadzio Müller: Der radikale Klima-Protestler träumt von der „grünen RAF“ Foto: picture alliance / POP-EYE | POP-EYE/Stefan Mueller
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