Brandanschlag auf S-Bahn: Polizisten sichern Spuren
Brandanschlag auf S-Bahn: Polizisten sichern Spuren Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
Reaktion auf geplante Räumung

Linksextreme bekennen sich zu Anschlag auf Berliner S-Bahn

BERLIN. Eine linksextreme Gruppierung hat sich am Montag zu einem Brandanschlag auf das Berliner S-Bahn-Netz bekannt. „Wir sabotieren die immer katastrophaler werdende Normalität. Sie wollen die Stadt am liebsten hochgefahren, wir fahren sie kurzfristig runter“, schrieb die „Feministisch-Revolutionär-Anarchistische-Zelle“ auf dem linksextremen Internetportal „Indymedia“.

Die Ringbahn in der Hauptstadt war ab Montag 5 Uhr teilweise nicht mehr befahrbar. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Die Linksextremisten teilten mit, der Anschlag sei einem Aufruf gefolgt, Schäden in Höhe von 34 Millionen Euro zu verursachen, weil das von Linksextremen besetzte „anarcha-queer-feministische“ Haus in der Liebigstraße 34 im Ortsteil Friedrichshain geräumt werden soll. „Da dies die einzige Sprache ist, die verstanden wird, servieren wir die dazugehörige Quittung.“

Zudem sei dies die Rache für die Räumung der linksextremen Szenekneipe „Syndikat“ Anfang August. Die Autoren verbanden den Bekennerbrief mit dem Titel „Lockdown fürs kapitalistische Patriarchat!“ mit der Aufforderung, Banden und „Aktionsgruppen“ zu bilden. Hört auf, zu konsumieren – kämpft! Es geht um mehr als die Liebig 34.“

Nicht der erste Anschlag auf S-Bahn-Netz

Mitte vergangenen Monats hatten Unterstützerdes Szene-Treffs Liebig 34 dazu angedroht, man werde Räumungsversuche „zum Desaster“ machen.

Erst im September vergangenen Jahreshatten sich Linksextremisten zu einem Brandanschlag auf den öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt bekannt. Durch die Attacke auf einen Kabelschacht war es zu massiven Störungen im S- und Regionalbahnverkehr gekommen. So war beispielsweise eine der Hauptverbindungen des Berliner Südostens unterbrochen. Als Grund nannten die mutmaßlichen Täter die Unterstützung des Klimastreiks und der „Fridays for Future“-Bewegung.

Es war nicht der erste Anschlag dieser Art. Stets bekannten sich im Anschluß linksextreme Gruppen zu den Taten, die teilweise ein erhebliches Verkehrschaos in der Hauptstadt auslösten. (ls/krk)

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