Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während der Aufzeichnung der Videobotschaft Foto: picture alliance/Jesco Denzel/BPA-POOL/dpa
Bundespräsident

Folgen von Corona: Steinmeier kündigt Wohlstandsverlust an

BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen auf wirtschaftliche Einschnitte als Folge der Corona-Pandemie eingestimmt. „Wir werden einiges von dem gemeinsam erarbeiteten Wohlstand preisgeben“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft. Zugleich zeigte er sich überzeugt, daß Deutschland eine starke Volkswirtschaft sei und bleiben werde, die sich mit „Fleiß und Klugheit auch aus dem wirtschaftlichen Tal“ herausarbeiten werde.

Die Corona-Krise treffe die Gesellschaft hart und werde noch „eine ganze Weile dauern“, ergänzte Steinmeier. Zugleich wecke die derzeitige Situation auch Kreativität und Innovationskraft. Plötzlich seien Dinge möglich, die vor der Krise noch Jahre entfernt schienen. Das Staatsoberhaupt nannte als Beispiel die Digitalisierung des Arbeitslebens. So erprobten viele Beschäftigte derzeit neue Wege der Zusammenarbeit.

Bundespräsident appelliert an Solidarität der Unternehmen

Das Staatsoberhaupt lobte neben der Wirtschaft und den Gewerkschaften auch die schnellen staatlichen Hilfen, die in den vergangenen Wochen schon bei Unternehmern angekommen seien. Das Geld, das der Staat nun verteilen könne, „haben Sie gemeinsam erarbeitet. Das Geld, das er sich jetzt leihen muß, wird später zurückzuzahlen sein“. Wie das geschehe, darüber müsse nach der Krise demokratisch entschieden werden.

Es hätten zudem bereits viele Unternehmen ihre Hilfsbereitschaft gezeigt. Steinmeier nannte als Beispiel Firmen, die in Fonds einzahlten, „um besondere Härten für einzelne Mitarbeiter zu überbrücken“. Er hoffe auch auf die Unterstützung derjenigen, die glimpflich durch die Krise kommen für stärker Betroffene und appellierte an das Verantwortungsbewußtsein der Bürger.

Durch die Einschränkung des Wirtschafslebens sehen die Hälfte der Mittelständler in Deutschland ihre Existenz bedroht. Zudem haben laut Bundesarbeitsagentur bereits 750.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. (ag)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während der Aufzeichnung der Videobotschaft Foto: picture alliance/Jesco Denzel/BPA-POOL/dpa

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