Verletzte in Stuttgart
Sanitäter kümmern sich um die Verletzten Foto: Simon Kaupert
Attacke bei Corona-Protest

 „Das war ein Mordversuch“

Bislang gibt es keine mediale und politische Empörung, dabei bietet die Brutalität der Tat durchaus Anlaß dazu: Drei Männer sind am Samstag am Rande der Corona-Proteste in Stuttgart von vermummten Linksextremisten attackiert und teils schwer verletzt worden. Auch die Polizei ging bisher sehr zurückhaltend mit dem Angriff um, erwähnte ihn lediglich kurz in einer Sammelmeldung über die Kundgebung.

Fest steht: Die drei Opfer hielten sich gegen 14 Uhr nahe des Mercedes-Benz-Museums auf und waren auf dem Weg zur „Querdenken 711“-Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen. Plötzlich kam eine Gruppe Linksextremer auf sie zugestürmt, verprügelte sie, sprühte mit Reizgas und machte sich blitzschnell wieder aus dem Staub. Eines der Opfer wurde dabei so schwer verletzt, daß es ins Krankenhaus eingeliefert und nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT ins künstliche Koma versetzt wurde. Zwei weitere seien ambulant behandelt worden.

Der mutmaßliche Grund für die Attacke? Die drei Männer im Alter zwischen 40 und 55 Jahren gehörten zu einer Gruppe der rechtsalternativen Gewerkschaft Zentrum Automobil (ZA). „Das ging alles sehr schnell“, schildert Simon Kaupert. Er macht die Pressearbeit des ZA, ist für das rechte Netzwerk „Ein Prozent“ tätig und war zusammen mit rund zehn Personen unterwegs zum Cannstatter Wasen, wo die Demonstration stattfand.

Polizei ermittelt wegen versuchten Tötungsdeliktes

Opfer liegt verletzt am Boden Foto: Simon Kaupert

„Wir waren auf der Mercedesstraße und sahen, daß mindestens 50 Vermummte auf uns zukommen. Dann rief einer von ihnen ‘die gehören auch zu denen’, woraufhin sie umdrehten und in Richtung unserer drei Leute liefen.“ Was dann geschah, kann Kaupert nur aus den Schilderungen der Opfer und von Zeugen erzählen. „Die prügelten und traten auf die Drei ein und flüchteten. Das dauerte alles nur Sekunden. Dann kamen aber circa zehn von denen wieder zurück und traten auf unsere am Boden liegenden Leute ein.“

Damit nicht genug. Die Stuttgarter Polizei bestätigt auf JF-Anfrage, daß Beamte in Tatortnähe eine Schreckschußwaffe gefunden haben. Eine solche soll einer der Angreiferinnen laut einer Zeugin gegen den Kopf des schwerverletzten Opfers gehalten und abgedrückt haben. „Der genaue Tatablauf ist zur Zeit Gegenstand der Ermittlungen“, sagt der Polizeisprecher.

„Wir liefen natürlich sofort hinterher und dann kam uns auch schon ein älterer Mann entgegen mit den Worten ‘Da oben liegen drei, die sind tot!’“, erzählt Kaupert. Vor Ort hätten sie sich dann zusammen mit Passanten um die Verletzten gekümmert. Zwei Minuten nach der Tat seien zwei Beamte auf Motorrädern vorbeigekommen und hätten die Täter verfolgt, allerdings ohne Erfolg. „Das war ein Mordversuch“, ist er sich sicher. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Sie richtete eine Ermittlungsgruppe ein, an der Staatsschutz und Kriminalpolizei beteiligt sind.

Nicht die erste Attacke auf rechte Gewerkschafter

Die ZA-Gewerkschaft steht bereits seit geraumer Zeit im Fokus von Linksextremen. Schon am vorigen Sonnabend sollen Mitglieder von Vermummten verfolgt worden sein. Erst als sie bei Polizisten vorbeikamen, hätten sie von ihnen abgelassen. Bereits Ende April war der Vorsitzend Oliver Hilburger auf dem Rückweg von einer Demonstration am Landtag in Stuttgart von Linksextremen attackiert worden. Die Angreifer konnte er mit seinem Handy teilweise filmen. Ende 2019 hatten Linksextreme Kauperts Auto demoliert.

„Auf allen regierungskritischen Demonstrationen sind Antifa–Späher unterwegs, die erst Leute abfotografieren und ihnen dann auf dem Nachhauseweg auflauern“, sagt Kaupert. Zudem kritisiert er, daß die politische und mediale Empörung immer dann ausbleibe, wenn die Täter links und die Opfer gewöhnliche Bürger seien.

Sanitäter kümmern sich um die Verletzten Foto: Simon Kaupert

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