Diskussion um Sprachunterricht an Schulen

Philologenverband: „Deutsch ist die erste Integrationspflicht“

BERLIN. Die Präsidentin des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, hat dem Vorschlag, Türkisch statt Englisch an Grundschulen zu unterrichten, eine klare Absage erteilt. Die Idee sei kontraproduktiv, da „viele Schüler an Grundschulen nicht mal vernünftig Deutsch können“, sagte sie der Welt.

Stattdessen müsse der Deutschunterricht in den ersten Klassen gestärkt werden. „Wir müssen den Anteil des Deutschunterrichts auf mindestens sechs Stunden in den Klassen eins bis vier wöchentlich ausweiten. Es muß in der Grundschule in den Deutschunterricht statt in den Fremdsprachenunterricht investiert werden.“ Der Fremdsprachenunterricht sollte erst ab der dritten Klasse beginnen.

Deutsch kommt besondere Bedeutung zu

Da immer mehr Schüler mit Migrationshintergrund kaum Deutsch können, komme der Sprache eine besondere Bedeutung zu. „Deutsch ist die erste Integrationspflicht“, betonte die Professorin.

Vergangene Woche hatte der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Integrationsrates, Tayfun Keltek, angeregt, den Englischunterricht zugunsten von Türkisch, Polnisch oder Russisch abzuschaffen. Aus der Politik erntete er dafür Ablehnung. (ag)

Die Präsidentin des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, hält nichts von zu frühem Fremdsprachenunterricht Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa

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