Islamische Symbole

Integrationsbeauftragte regt Kopftuchverbot für Schülerinnen an

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat sich für die Prüfung eines Kopftuchverbots für Kinder an Schulen ausgesprochen. „Daß kleine Mädchen Kopftuch tragen, ist absurd – das sehen auch die meisten Muslime so. Alle Maßnahmen, die Mädchen davor schützen – vom Elterngespräch bis zum Verbot – sollten geprüft und angegangen werden“, sagte die Christdemokratin der Bild-Zeitung.

In ihrer eigenen Partei und beim Koalitionspartner SPD rief die Aussage der Integrationsbeauftragten ein geteiltes Echo hervor. Zuspruch erhielt sie von der sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten Leni Breymaier. „Ich bin für ein Kopftuchverbot für Kinder. Das ist für mich keine religiöse, sondern eine gesellschaftliche Frage, eine Frage der Gleichstellung.“

Lauterbach warnt vor Intoleranz

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, sprach sich auf Twitter gegen diese Maßnahme aus. So würden Kinder in Konflikt zu ihren Eltern gebracht, was „unehrenhaft“ sei. „Diese Intoleranz braucht Europa nicht.“

Der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Marcus Weinberg (CDU), lehnt ein Kopftuchverbot ab. „Das pauschale Verbot eines Kopftuches – wie in Österreich – benachteiligt auch die Mädchen, die sich freiwillig für das Tragen eines Kopftuches als Zeichen ihrer Religion entschieden haben.“ In Österreich hatte die Koalition aus ÖVP und FPÖ am Mittwoch das Tragen der islamischen Kopfbedeckung an Grundschulen verboten. (ag)

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), regt ein Kopftuchverbot für Schülerinnen an Foto: picture alliance/Fabian Sommer/dpa

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