Konsumverzicht für die Umweltpolitik

Habeck: Fahrgemeinschaften und Kleidungstausch helfen beim Klimaschutz

BERLIN. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat gefordert, für den Klimaschutz technischen und gesellschaftlichen Fortschritt zu kombinieren. Als Beispiel nannte er Mitfahrgelegenheiten. „Man muß nicht selbst fahren, es gibt weniger Stau, weil weniger Autos unterwegs sind – das ist doch ein Gewinn an Freiheit“, sagte er der Frankfurter Rundschau.

Zudem könnten durch Kleidungstausch Ressourcen gespart werden. „Ich kenne Leute, die sich treffen, um die Klamotten zu tauschen, die in unseren Schränken so massenhaft rumhängen. Die haben eine gute Zeit, neue Klamotten und sparen Ressourcen“, äußerte Habeck.

Um die Zahl der Flüge von Ministern und Beamten zu senken, schlug der Grünen-Chef vor, die entsprechenden Regelungen für Beamte zu ändern. „In der Reisekostenverordnung sollte festgeschrieben werden, daß in der Regel die klimafreundlichste Alternative genutzt werden sollte. Das würde Binnenflüge deutlich reduzieren.“ Das könne auch für Unternehmen ein Anreiz sein, sich dem anzuschließen.

„Wir brauchen mehr Nachtzüge“

Zudem sei eine Kerosinsteuer die Gelegenheit, gleichzeitig das Bahnfahren attraktiver zu machen. So könnte durch die erwarteten neuen Steuereinnahmen von 500 Millionen Euro die Mehrwertsteuer auf Bahntickets gesenkt werden. „Das könnten wir ab Herbst 2019 einführen. Da müssten wir gar nicht bis 2035 warten“, zeigte sich Habeck überzeugt. Vor wenigen Tagen hatten die Grünen gefordert, Inlandsflüge bis 2035 abzuschaffen.

Für ihn persönlich seien Nachtzüge bereits jetzt eine Alternative zum Flugzeug. „Mir persönlich helfen Nachtzüge. Man muß sich erstmal an den Schlaf gewöhnen, wenn es so ruckelt und der Zug immer mal wieder hält, aber ich mag es. Wir brauchen mehr Nachtzüge.“ (ag)

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat umfangreiche Pläne für den Klimaschutz Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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