Zerstörte Gedenktafel in Niederkaine
Bürgermeister Robert Böhmer (l.) vor der zerstörten Gedenktafel in Niederkaina Foto: Stadtverwaltung Bautzen

Sachsen
 

Linksextreme verunglimpfen Gedenken an deutsche Kriegsopfer

BAUTZEN. Linksextreme haben am Wochenende eine Gedenktafel für bei Kriegsende ermordete Angehörige des Volkssturms im sächsischen Niederkaina nordöstlich von Bautzen zerstört. Als sich Bautzens Bürgermeister Robert Böhmer und die Niederkainaer Ortschaftsräte am Sonnabend zum Gedenken trafen, fanden sie die Erinnerungstafel komplett zerstört vor.

Auf dem linksextremen Szeneportal „Indymedia“ bekannte sich die Gruppe „Antifaschist*innen“ am Sonnabend morgen zu der Tat. Unter dem Motto „Gedenken an Nazis zerschlagen!“ schrieben sie: „Für Nazis darf es keine Gedenken, Kranzniederlegung oder ähnliches geben, deswegen haben wir die Gedenk-Steinplatte zertrümmert. Es wird auch nicht die letzte gewesen sein!“

„Ein Schlag ins Gesicht der Nachkommen“

Böhmer bezeichnete die Tat in einer Pressemitteilung als „pietätlos“. In Niederkaina werde Bürgern gedacht, die in den Kriegswirren gewaltsam umgebracht worden seien. „Dieser zerstörerische Akt hier ist ein Schlag in das Gesicht derer Nachkommen, die heute noch in dem Bautzener Ortsteil leben.“ Zusammen mit den Ortschaftsräten habe Böhmer die Trümmerstücke zusammengesetzt und ein Gebinde niedergelegt.

Am 22. April 1945 hatten Soldaten des polnischen Heeres unter dem Kommando eines Sergeanten der 1. Ukrainischen Front 195 Volkssturmmänner in einer Scheune verbrannt. In dem Ort hatte es in den letzten Kriegswochen zudem auch Erschießungen gegeben. (ls)

Bürgermeister Robert Böhmer (l.) vor der zerstörten Gedenktafel in Niederkaina Foto: Stadtverwaltung Bautzen
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