Integrationskurs
Teilnehmerin eines Integrationskurses Foto: picture alliance/dpa
Einwanderung

Integrationskurse für Deutsche

„Deutschland ist ein weltoffenes Land“, heißt es auf der Internetseite des Bundesinnen- und Heimatministeriums. Diese Weltoffenheit hat sich mittlerweile weltweit herumgesprochen, weshalb sich jährlich Hundertausende Wirtschaftsmigranten, Flüchtlinge, Asylsuchende und Armutseinwanderer nach Deutschland aufmachen.

Wer es geschafft hat und hier bleiben darf, soll nach dem Willen der Bundesregierung schnellstmöglich integriert und in die Gesellschaft miteinbezogen werden. Hierfür bietet der Staat unter anderem Integrationskurse an. Denn: „Die frühzeitige Sprach- und Wertevermittlung ist besonders wichtig für eine gelingende Integration.“

In den Kursen werden den Teilnehmern „Kenntnisse zur deutschen Rechtsordnung, Geschichte und Kultur, zu den Rechten und Pflichten in Deutschland, den Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft und zu den Werten, die in Deutschland wichtig sind, vermittelt“. Das läßt sich die Bundesregierung einiges kosten. Allein 2016 stellte sie 559 Millionen Euro hierfür zur Verfügung.

Kurse nicht nur bei Ausländern beliebt

Profitiert davon haben im selben Jahr 339.578 Kurteilnehmer, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Die zahlenmäßig größte Gruppe waren mit 159.422 Teilnehmern Syrer, gefolgt von 27.687 Irakern und 17.512 Eritreern. Auch aus Afghanistan, der Türkei, Rumänien, Marokko und dem Iran fanden sich zahlreiche Einwanderer ein, um die deutsche Sprache, Sitten und Gebräuche zu erlernen.

Doch die Kurse erfreuen sich nicht nur bei Ausländern großer Beliebtheit. Auch 2.954 deutsche Staatsbürger nahmen 2016 die von der Bundesregierung geförderte Leistung in Anspruch. 2017, für das noch keine endgültige Statistik vorliegt, belegte Deutschland sogar Platz 19 der häufigsten Herkunftsländer aller Integrationskursbesucher und war damit noch vor Marokko, das auf Platz 20 rangiert.

Aber warum auch nicht, schließlich ist Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In manchen Vierteln deutscher Großstädte ist es zudem längst an der verbliebenen deutschen Minderheit, sich in die ausländischstämmige Mehrheitsbevölkerung einzufügen.

Und letztlich war es ja auch die Bundeskanzlerin höchstpersönlich, die ihren Landsleuten die Teilnahme an einem Integrationskurs empfahl. Zur Wahrheit gehöre es eben auch, ermahnte Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen im Dezember 2016, „daß manche, die schon immer in Deutschland leben, ebenfalls dringend einen Integrationskurs benötigen“.

Teilnehmerin eines Integrationskurses Foto: picture alliance/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles