CSU

Dobrindt fordert konservative Revolution

BERLIN. Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt, hat einen Aufbruch in eine „neue konservative Bürgerlichkeit“ gefordert. 50 Jahre nach 1968 werde es dafür Zeit, schrieb Dobrindt in einem Gastbeitrag für die Welt. „Linke Ideologien, sozialdemokratischer Etatismus und grüner Verbotismus hatten ihre Zeit.“ Auf die linke Revolution der Eliten folge nun eine konservative Revolution der Bürger. „Wir wollen 1968 hinter uns lassen“, so das Bekenntnis des Oberbayern.

„Deutschland ist nicht der Prenzlauer Berg, aber der Prenzlauer Berg bestimmt die öffentliche Debatte“, kritisierte der Ex-Minister mit Blick auf den linken Berliner Szene-Kiez. Eine bürgerliche Mehrheit ertrage „dieses Schauspiel“ schon viel zu lange. Er fordert: „Die Freiheit der Bürger muß wieder größer werden.“ Links-grüne Ideologien hätten zu einem „schleichenden Freiheitsverlust“ in der Gesellschaft geführt und dazu, „daß unser Staat zusehends zur Bevormundung“ neigt.

Gegen Überhöhung von Kollektiven

Die Christsozialen in Bayern sollen sich nach dem Willen Dobrindts als die Stimme einer konservativen Revolution verstehen, deren Fundament der christliche Glaube, die Würde des Einzelnen, der Schutz der Familie und die Sicherheit der Bürger sei. Zum Zuzug aus kulturfremden Gegenden schrieb er: „Wer in Deutschland sein will, muß mit uns leben – nicht neben uns oder gegen uns. Wer dazu nicht bereit ist, kann gehen.“

Auch wandte sich Dobrindt gegen eine Überhöhung von Kollektiven. „Der Einzelne und seine Würde gehören ins Zentrum allen politischen Handelns.“ Die CSU denke Gesellschaft vom Individuum zum Ganzen, wobei Familien das wichtigste Kollektiv seien. (tb)

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt Foto: picture alliance/ dpa

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