Söder
Der designierte neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder Foto: picture alliance/ dpa

Machtwechel in der CSU
 

Söder wird neuer bayerischer Ministerpräsident

MÜNCHEN. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat seinen Rücktritt als Regierungschef angekündigt. Noch im 1. Quartal 2018 werde er sein Amt niederlegen. Er werde gut mit dem bisherigen Finanzminister Markus Söder zusammenarbeiten, sagte er nach Informationen des Bayerischen Rundfunks während einer Rede vor der Landtagsfraktion. Diese sprach sich am Vormittag einstimmig für Söder als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 aus.

Innenminister Joachim Herrmann erklärte in derselben Sitzung seinen Verzicht. In der vergangenen Woche hatte es Gerüchte gegeben, Herrmann werde in der Fraktion gegen Söder kandidieren. Über den neuen Ministerpräsidenten und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2018 soll am 15. und 16. Dezember der CSU-Parteitag in Nürnberg entscheiden.

„Bayern muß das Land der Hoffnung für viele Menschen bleiben“, sagte Söder im Anschluß an die Fraktionssitzung. Es gehe um das Erbe von Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber, um den Erhalt von Traditionen und Werten.

Mittelfranke mit langer politischer Erfahrung

Gleichzeitig erklärte Seehofer, er wolle am Parteitag ein weiteres Mal für das Amt des CSU-Vorsitzenden kandidieren. Am Wochenende hatte sich Seehofers mächtiger Bezirksverband Oberbayern hinter seinen Verbleib als Parteichef gestellt. Der Bezirksverband Niederbayern hatte den Europaabgeordneten Manfred Weber ins Gespräch gebracht.

Der 50 Jahre alte Söder ist gebürtiger Nürnberger und sitzt seit 1994 für seine Heimatstadt im Maximilianeum. Zwischen 2003 und 2007 war er Generalsekretär seiner Partei. Nach dem Debakel bei der Landtagswahl 2008, als die CSU ihre absolute Mehrheit verlor und mit der FDP koalieren mußte, wurde Söder Umweltminister. Im aktuellen Kabinett Seehofer ist der Mittelfranke Finanz- und Heimatminister. (tb)

Der designierte neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder Foto: picture alliance/ dpa
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