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Petry will Parteitag über „realpolitischen“ Kurs abstimmen lassen

BERLIN. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry will die Delegierten des Bundesparteitags in Köln (22./23. April) über den künftigen Kurs der Partei abstimmen lassen. Der „fundamentaloppositionellen Strategie“ von Parteivize Alexander Gauland setzt sie in ihrem Antrag eine „realpolitische Strategie“ entgegen.

Im Wortlaut heißt es darin: „Die AfD entscheidet sich für den realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei, um innerhalb der kommenden Jahre grundsätzlich in der Lage zu sein, relative Mehrheiten auf allen politischen Ebenen erzielen zu können.“ Es gelte, Klarheit darüber herzustellen, welchen strategischen Weg die Partei einschlage.

Vorbild FPÖ

Ziel sei es, ab der zweiten Legislaturperiode im Parlament relative Mehrheiten zu erreichen und Bereitschaft zur Koalitionsfähigkeit zu besitzen. Inhaltlich sollten auch Intellektuelle und leistungsstarke Stützen der Gesellschaft für die AfD begeistert werden. Als Vorbild nennt Petry in dem Antrag die FPÖ.

Die „fundamentaloppositionelle Strategie“ könne nicht neben ihrer realpolitischen Strategie existieren. Unter Gaulands Ansatz versteht Petry den Verlust von gesellschaftlicher Verankerung wegen einer Offenheit für „Äußerungen außerhalb des bürgerlichen Korridors“.

Außerdem kritisiert Petry, daß die Strategie ihrer innerparteilichen Gegner zu viel Zeit brauche, nämlich eine ganze Generation. Den Antrag unterstützt unter anderem der rheinland-pfälzische Vorsitzende Uwe Junge. Der Landeschef aus Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hat seine Unterschrift zurückgezogen.

Nach Medienberichten und Informationen der JUNGEN FREIHEIT wird Petry vorgeworfen, sie habe mehrere unterschiedliche Versionen des Antrags in Umlauf gebracht und nachträglich einen Passus eingefügt, der sich gegen Gauland richtete. Nach Informationen des Magazins Stern haben sich am Freitagvormittag in der Telefonkonferenz der Landessprecher 12 von 13 Landesverbände gegen Petrys Vorstoß ausgesprochen. (JF)

Alexander Gauland und Frauke Petry Foto: picture alliance/ dpa

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