Innere Sicherheit

Münchner Polizei geht Einbrecherclan ins Netz – Täter waren Mädchen

MÜNCHEN. Die Münchner Polizei hat eine europaweit agierende Einbrecherbande ausgehoben. Dabei handelt es sich den Ermittlern zufolge um eine Großfamilie, deren Mitglieder in zahlreichen deutschen und europäischen Städten für Wohnungseinbrüche verantwortlich gemacht werden. „Wir gehen davon aus, daß diese Gruppierung in Deutschland während der Dauer der Ermittlungen für nahezu jeden fünften Einbruch in Frage kommen kann“, sagte der Leiter des Kommissariats 51 der Münchner Polizei, Reinhold Bergmann. Die Ermittlungen begannen im Sommer 2016 und erfolgten in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft München I.

In dem Clan, der mehr als 500 Personen umfaßt, soll es Erkenntnissen der Behörde zufolge klare Hierarchien gegeben haben. Neben Personen, die im Ausland das erbeutete Vermögen verwalteten, kümmerten sich Angehörige in Deutschland um die Logistik wie etwa die Beschaffung von Fluchtautos. Begangen wurden die Einbrüche meist von jungen Mädchen. Diese wurden nach Angaben der Ermittler bisweilen auch unter den Familien ausgeliehen.

Im Januar 2016 hatten Zivilbeamte drei der Mädchen auf frischer Tat ertappt. Das erbeutete Geld und Gegenstände seien nach Kroatien geleitet worden, wo zwei mutmaßliche Clanchefs festgenommen und ein Teil der Beute im Wert von rund 100.000 Euro sichergestellt werden konnte. Auch in den deutschen Städten Gelsenkirchen, Münster, Villingen-Schwennigen, Hannover und Frankfurt kam es zu Verhaftungen. (tb)

Bayerisches Polizeiauto Foto: picture alliance/ dpa

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