„Friedel 54“: Demonstranten blockieren Eingang Foto: dpa
„Friedel 54“

Linksextreme behindern Räumung von Berliner Szenelokal

BERLIN. Mehrere hundert Linksextremisten und Sympathisanten haben die Räumung des „Kiezladens Friedel 54“ in Berlin-Neukölln massiv behindert. Bereits in der Nacht hatten sich Linke in der Friedelstraße vor dem Laden versammelt und demonstriert. Als der Gerichtsvollzieher am Donnerstag vormittag eintraf, räumte die Polizei die bis zu 300 Mann starke Blockade.

Im Hinterhof gab es laut B.Z. eine verletzte sowie eine bewußtlose Person. Mehrere Linksextreme sollen sich dort angekettet haben. Zudem weigerten sich Dutzende Personen, das Haus zu verlassen. Der Handknauf einer Tür war laut Polizei unter Strom gesetzt worden.

https://twitter.com/PolizeiBerlin_E/status/880348844403412992

Überdies waren mehrere Eingänge vernagelt und zubetoniert. Dem Bericht zufolge hatten sich mehrere Blockierer in eine Tür einbetoniert. Kurz nach 13.30 Uhr teilte die Polizei mit, daß die Räume dem Gerichtsvollzieher übergeben wurden. Zuletzt seien fünf Besetzer in einem Raum aufgefunden worden, die aber weder angekettet noch einbetoniert waren. Zuvor hatten Besetzer Fotos von angeketteten und mit Armen einbetonierten Personen veröffentlicht.

Eine Polizeisprecherin sagte der JUNGEN FREIHEIT am Nachmittag, der Einsatz sei noch nicht beendet. Es könnten nach wie vor Demonstranten versuchen, in das Haus zu gelangen. Die Polizei war am Vormittag mit 500 Beamten im Einsatz. Sie dementierte Berichte von Linksextremen, wonach mehrere Demonstranten verletzt wurden.

„Eine Frau hat vor den Räumlichkeiten einen Schwächeanfall erlitten, stand aber bei Eintreffen des Rettungsdienstes wieder auf den Beinen“, erläuterte die Sprecherin. Wie viele Polizisten bei dem Einsatz verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Linkspartei kritisiert Räumung

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus forderte eine ähnliche Entschlossenheit auch in der Rigaer Straße. „In der Friedelstraße zeigt sich einmal mehr das Ausmaß des gewalttätigen Linksextremismus in dieser Stadt, der unsere Regeln des Zusammenlebens nicht akzeptieren will. Hier muss der Rechtsstaat mit aller Entschlossenheit vorgehen, was offensichtlich auch wirkt – und dann auf die Rigaer Straße übertragen werden kann.“

Der Linkspartei-Politiker Hakan Tas forderte die Polizei auf, den Einsatz zu unterbrechen. Der Abgeordnete Georg Kössler (Grüne) schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, er und Gas wollten einen Statiker holen, bevor Wände eingeschlagen werden. Die Polizei erwiderte, sie habe alles unter Kontrolle.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski, lobte die Räumung. Der angebliche Kiezladen in der Friedelstraße ist seit Jahren polizeibekannt. Hier hecken linksextreme Gewalttäter ihre perfiden Pläne gegen Berliner Bürger und Unternehmen aus und starten ihre kriminellen Aktionen.“ Auch heute habe sich gezeigt, welche Gesinnung sich hinter den Gesichtern der „angeblich friedlichen Aktivisten“ verberge. (ls)

„Friedel 54“: Demonstranten blockieren Eingang Foto: dpa

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