BKA-Chef

Immer mehr islamistische Gefährder in Deutschland

BERLIN. Die Zahl der islamistischen Gefährder ist erneut gestiegen. Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen derzeit 690 Menschen als Personen ein, denen jederzeit ein Terroranschlag zugetraut wird, sagte BKA-Präsident Holger Münch der Frankfurter Rundschau. Im März dieses Jahres waren es noch 616, Ende 2016 betrug diese Zahl 549.

Damit bildeten islamistische Gefährder nach wie vor das größte Risiko. Bei den Rechtsextremisten gingen die Behörden von einer niedrigen zweistelligen Zahl aus. „In den letzten zwei Jahren hat das Thema Zuwanderung zu einer erkennbaren Radikalisierung der Szene beigetragen. Die immense Zahl von Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte in den Jahren 2015 und 2016 unterstreichen das“, erläuterte Münch. Ein Abgleiten von Rechtsextremen in den „Untergrund wie beim NSU“ solle verhindert werden.

Bei Linksextremisten sei die Gefahr einer Bildung von terroristischen Strukturen geringer, die Terrorgefahr überschaubar. Es gebe innerhalb dieser Szene nur wenige Gefährder, denen Terroranschläge zugetraut würden, sagte der BKA-Präsident. „Im Bereich links gingen die Länder bislang von einer Größenordnung aus, die man an einer Hand abzählen kann.“ (ls)

Islamist vor dem Landgericht Bonn (Archivbild) Foto: dpa

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