Joachim Kuhs
Amerikanische Soldaten
Amerikanische Soldaten: Kadetten schwören ihren Eid in der Militärakademie in West Point Foto: dpa

Gender-Debatte
 

Transgender dürfen in US-Streitkräften dienen

WASHINGTON. Die Armee der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich für Transgender geöffnet. Fünf Jahre nachdem Schwule und Lesben erstmals offiziell in den Streitkräften dienen konnten, dürfen dies ab 1. Juli auch Transgender. „Wir reden über talentierte Amerikaner, die mit Auszeichnung dienen oder die Gelegenheit dazu bekommen wollen“, sagte Verteidigungsminister Ashton Carter laut der Nachrichtenagentur dpa.

„Unsere Aufgabe ist es, dieses Land zu verteidigen“, betonte Carter. Dem Militär dürfe nichts im Wege stehen, um die besten Leute für diese Aufgabe zu rekrutieren. Ab Oktober sollen Transgender auch medizinische Versorgung durch das Pentagon in Anspruch nehmen können, die sie für eine Geschlechtsumwandlung brauchen.

0,19 Prozent Transgender

Unter den 1,3 Millionen aktiven Soldaten sind laut Angaben des US-Militär-Thinktanks Rand-Institut, etwa 2.500 Transgender, also 0,19 Prozent. Transgender, die ihre sexuelle Identität bislang geheim gehalten hatten, müssen dies ab sofort formal nicht mehr tun. Im kommenden Jahr könnten dann auch Transgender, die noch nicht beim Militär sind, zum Dienst verpflichtet werden.

Transgender sind Personen, die sich nicht oder nicht nur mit dem in ihrer Geburtsurkunde angegebenen Geschlechts identifizieren können oder wollen. Bislang konnten sie vom Dienst an der Waffe ausgeschlossen werden. (ls)

Amerikanische Soldaten: Kadetten schwören ihren Eid in der Militärakademie in West Point Foto: dpa
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