Markus Krall Freiheit oder Untergang
Sebastian Edathy
Sebastian Edathy: Petition gegen Verfahrenseinstellung Foto: dpa

Online-Petition
 

Zehntausende empört über Einstellung von Edathy-Verfahren

BERLIN. Die Einstellung des Kinderporno-Prozesses gegen Sebastian Edathy hat für massive Entrüstung gesorgt. In einer Online-Petition protestierten fast 200.000 Unterzeichner gegen die Gerichtsentscheidung. „Ich bin der Meinung, daß dieser Freispruch ein Freibrief für alle Pädophilen ist“, schreibt der Initiator der Petition, Martin Niedl.

„Was diese Kinder auf den Videos erleiden müssen daran denkt niemand, bei uns wird nicht über den Tellerrand geschaut, was ist mit den Kindern in den Videos? Denkt jemand daran?“ fragte Niedl. „Solche Menschen wie Edathy sorgen erst dafür, daß damit ein Geschäftsmodell entsteht. Und dann eine einfache Entschuldigung und 5.000 Euro?“

Fall sorgt für deutschlandweite Aufregung

Das Verfahren gegen Edathy war gegen eine Geldzahlung von 5.000 Euro eingestellt worden. Gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten war wegen des Besitzes kinderpornographischen Materials ermittelt worden. Mit der Einstellung gilt Edathy weiter als nicht vorbestraft.

Der Fall sorgt wegen seiner politischen Brisanz seit Februar 2014 für deutschlandweite Aufmerksamkeit. Nach eigenen Angaben wurde Edathy vom SPD-Abgeordneten Michael Hartmann im Vorfeld über die Ermittlungen informiert. Dieser habe die Informationen vom damaligen Chef des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke (SPD) erhalten. Beide weisen die Vorwürfe zurück.

Der CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich trat 2014 von seinem Amt als Landwirtschaftsminister zurück, nachdem bekannt wurde, daß er als Innenminister während der Koalitionsverhandlungen Ende 2013 die SPD-Führung über die Ermittlungen informiert hatte. (ho)

Sebastian Edathy: Petition gegen Verfahrenseinstellung Foto: dpa
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