Tatort in Vorra: Polizei entdeckt Hakenkreuze Foto: picture alliance/AP Photo
Bayern

Unbekannte zünden leerstehende Asylunterkünfte an

VORRA. Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Freitag im bayerischen Vorra in drei leerstehenden Asylunterkünften Feuer gelegt. Nach Angaben der Polizei wurden an einem der Tatorte Hakenkreuz-Graffitis entdeckt. Der Sachschaden wird auf etwa 700.000 Euro geschätzt. Die Unterkünfte sind vorläufig unbewohnbar. „Ersten Erkenntnissen zufolge geht die Kriminalpolizei von Brandstiftung aus“, teilten die Einsatzkräfte mit.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich erschüttert über die Tat. „Braunes Gedankengut hat keinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft“, sagte Seehofer. Die Menschen in Bayern ließen sich durch solche Taten nicht davon abhalten, Asylsuchende zu unterstützen. „Bayern zeichnet sich durch die Hilfsbereitschaft und Unterstützung seiner Bürgerinnen und Bürger aus für diejenigen, die im Freistaat Schutz vor Krieg und Verfolgung und Obhut in Frieden suchen.“

„Abgrundtiefe Menschenfeindlichkeit“

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sprach von „abgrundtiefer Menschenfeindlichkeit“. Dies sei in einer Zeit, „in der Frauen, Männer und Kinder im wahrsten Sinne um ihr Leben rennen“, inakzeptabel. „Ich hoffe, daß unsere Gesellschaft diesen Brandstiftern eine klare Abfuhr erteilt: Mit Solidarität und menschlicher Empathie den Geflohenen gegenüber.“

Vorras Bürgermeister Volker Herzog (SPD) gab an, in den vergangenen Monaten hätten sich mutmaßliche Rechtsextremisten am Ortsrand getroffen. Die Polizei jedoch habe keine Auffälligkeiten feststellen können. Zudem seien auch nie rechtsextreme Symbole in Vorra gefunden worden. (ho)

Tatort in Vorra: Polizei entdeckt Hakenkreuze Foto: picture alliance/AP Photo

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load