Verdacht der Piraterie

Polizei nimmt Asylbewerber aus Somalia fest

HAMBURG. Die Polizei hat in Eisleben einen Asylbewerber wegen des Verdachts der Piraterie festgenommen. Dem Mann aus Somalia wird vorgeworfen, 2011 an der Entführung des deutschen Frachtschiffs „Susan K“ vor der Küste des Omans beteiligt gewesen sei, berichtet Spiegel Online.

Der Frachter, der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fuhr und der ostfriesischen Reederei Nimmrich und Prahm gehört, war Anfang November 2011 auf dem Weg von Mumbai in den Sudan von den Piraten gekapert worden. Für die Freilassung der zehnköpfigen aus Filipinos und Ukrainern bestehenden Mannschaft mußte die Reederei den Piraten rund 3,5 Millionen Euro Lösegeld zahlen.

Nicht der erste Fall

Nach der Rückkehr des Schiffes sicherte die Polizei Spuren an Bord, darunter auch Fingerabdrücke der Entführer. Als der somalische Asylbewerber bei seiner Registrierung seine Fingerabdrücke abgeben mußte, erzielten die Beamten bei einem Abgleich mit Daten des Bundeskriminalamts eine Übereinstimmung mit einem auf der „Susan K“ gesicherten Fingerabdruck. Der Somalier kam daraufhin in Untersuchungshaft.

Es ist nicht der erste Fall, in dem ein Asylbewerber als mutmaßlicher Pirat in Deutschland festgenommen wurde. Vor dem Landgericht Osnabrück wurde im April ein Asylbewerber aus Somalia zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß der Mann an der Entführung eines deutschen Frachters vor der Küste Somalias im Mai 2010 beteiligt gewesen war. Auch ihm waren die an Bord gesicherten Fingerabdrücke im Zuge seines Asylverfahrens zum Verhängnis geworden. (krk)

Die französische Marine stellt vor der ostafrikanischen Küste mutmaßliche Piraten (2009) Foto: picture alliance/dpa

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