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Hermann Gröhe
Hermann Gröhe: Der Bundesgesundheitsminister steht in der Kritik Foto: dpa

Streit um „Pille danach“
 

Lebensschützer kritisieren Bundesgesundheitsminister

Der Streit um die Verschreibungspflicht der „Pille danach“ geht weiter. Der Bundesverband Lebensrecht appellierte an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), das Verhütungsmittel nicht – wie von der Europäischen Union (EU) gefordert – von der Rezeptpflicht zu entbinden.

Dies wäre eine „fatale und gefährliche Fehlentscheidung“. Es bestehe „überhaupt keine Notwendigkeit, daß der Bundesgesundheitsminister eine Abtreibungspille rezeptfrei haben will, nur weil in Brüssel ein Ausschuß gehustet hat“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Martin Lohmann.

Gröhes Meinungsumschwung

Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelagentur der EU-Kommission empfohlen, daß ein Präparat der „Pille danach“ (Ella One) künftig rezeptfrei in der Staatengemeinschaft erhältlich sein soll. Die Entscheidung der Kommission steht noch aus.

Bundesgesundheitsminister Gröhe, der bisher ein entschiedener Gegner der Freigabe war, will die Vorgabe umsetzen und überlegt zusätzlich, auch ein Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel frei zugänglich zu machen, „um eine gute Beratung aus einer Hand sicherzustellen“.

„Vorauseilender Gehorsam“

Lohmann befürchtet, daß ein solcher „vorauseilender Gehorsam“ tödlich sein könne, da die Pille frühabtreibende Wirkung habe und durch Rezeptfreigabe faktisch zu einem „Förderprogramm für eine verantwortungslose Sexualität auf Kosten menschlichen Lebens“ werde.

Zudem seien die enthaltenen hochdosierten Hormone eine Gefahr für die Gesundheit der Frau. Lohmann: „Es wäre völlig unglaubwürdig, wenn wir in Deutschland beim Schutz des menschlichen Lebens schlampen würden, während wir uns zum Glück beim Umwelt- und Klimaschutz um Vorreiterrollen bemühen.“

CDL: Gefahr für die Frau

Der Kritik an Gröhe schloß sich auch die in den Unionsparteien tätige Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) an. Bei dem Präparat „Ella One“ handele es sich nicht um ein harmloses Medikament zur Nachverhütung, sondern es gefährde durch die sehr hohe Hormondosis die Gesundheit der Frau.

Es verhindere nicht nur den Eisprung sondern – je nach Zykluszeitpunkt – auch die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter, sagte die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr. Sie forderte Gröhe auf, trotz der Signale aus Brüssel bei seiner ursprünglichen Position zu bleiben, die er noch im Januar mit Unterstützung der Bundesärztekammer vertreten hatte. (idea/ho)

Hermann Gröhe: Der Bundesgesundheitsminister steht in der Kritik Foto: dpa
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