Femen in Dresden
Femen in Dresden: Viele Frauen und Kinder starben 1945 qualvoll Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

„Thanks Bomber Harris“
 

Femen distanzieren sich von Linksextremisten

DRESDEN. Das sogenannte Femen-Netzwerk in Deutschland hat sich von einer Linksextremistin distanziert, die die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden 1945 verhöhnt hatte. „Femen mißbilligt den Slogan ‘Thanks Bomber Harris’. Femen ist gegen Krieg und kann den Slogan zur Unterstützung von dem Tod von tausenden unschuldigen Opfern in Dresden nicht unterstützen“, schrieb die Gruppe auf Facebook.

Sie reagierte damit auf ein Foto, das zwei Femen-Mitglieder zeigt, die sich auf die nackten Oberkörper unter anderem „Thanks Bomber Harris“ geschrieben hatten. Damit ist der britische Luftwaffengeneral Arthur Harris gemeint, der im Zweiten Weltkrieg für die Flächenbombardierung deutscher Städte verantwortlich war. Aufgenommen wurde das Foto mutmaßlich am 13. Februar während linker Proteste in der sächsischen Landeshauptstadt.

Piraten-Politikerin unter Verdacht

Wie der Berliner Kurier berichtet, soll es sich bei der betreffenden Frau um die Berliner Piraten-Politikerin und Europakandidatin Anne Helm handeln. Die gab gegenüber dem Blatt zu, in Dresden gewesen zu sein und das Foto auch verbreitet zu haben, bestritt jedoch, die abgebildete Person zu sein. Allerdings besitzt die Femen-Aktivistin das gleiche Tattoo am Unterarm wie Helm.

Femen-Aktion in Dresden: Verdächtiges Tattoo Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
Femen-Aktion in Dresden: Verdächtiges Tattoo Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Neben Helm wurde das Foto auch von anderen Piraten-Politikern weiterverbreitet, darunter auch dem Fraktionsvorsitzenden der Partei im Berliner Abgeordnetenhaus, Oliver Höfinghoff. Während der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 kamen Zehntausende Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, ums Leben. Auf Twitter werden die Opfer nun von Piraten-Sympathisanten unter anderem als „Kartoffelbrei“ verhöhnt. (ho)

Femen in Dresden: Viele Frauen und Kinder starben 1945 qualvoll Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
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