Markus Krall Freiheit oder Untergang
Bundeswehr
Bundeswehrkolonne in Afghanistan Foto (Archivbild): Flickr/Bundeswehr/Bienert

Umfrage
 

Deutsche lehnen weiter Auslandseinsätze der Bundeswehr ab

BERLIN. Die Mehrheit der Deutschen lehnt eine Ausweitung der Auslandseinsätze der Bundeswehr ab. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa waren 45 Prozent der Befragten der Meinung, Deutschland beteilige sich bereits zu viel an ausländischen Militäreinsätzen. 30 Prozent hielten das Engagement für genau richtig.

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) sprachen sich dafür aus, daß Deutschland Konflikte lieber mit Diplomatie und Geld lösen solle. 20 Prozent vertraten dagegen die Ansicht, Deutschland solle sich noch stärker als Nato-Mitglied engagieren.

Auch für eine Ausweitung der Einsätze der Bundeswehr in Afrika fand sich laut der Umfrage keine Mehrheit. Die Hälfte der Befragten lehnte dies ab, 35 Prozent waren dafür. Der Rest hatte dazu keine Meinung.

Deutsche gegen Bundeswehreinsatz in Mali

Die deutsche Vergangenheit spielt bei der Bewertung der Auslandseinsätze der Bundeswehr offenbar keine entscheidende Rolle. Die Frage, ob sie es richtig fänden, daß Deutschland wegen seiner Geschichte ein zurückhaltendes Verhältnis zu Militäreinsätzen habe, wurde von 32 Prozent der Befragten bejaht. 33 Prozent gaben an „teils/teils“ und 29 Prozent antworteten: „Falsch, das ist alles lang genug her.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der ARD-Deutschlandtrend. Danach lehnen 61 Prozent der Bundesbürger eine Erweiterung der Bundeswehr-Auslandseinsätze ab. 30 Prozent der Befragten befürworten dagegen die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin hatte sich dafür ausgesprochen, mehr Bundeswehrsoldaten nach Mali und in die Zentralafrikanische Republik zu entsenden und dort Frankreich zu unterstützen. Damit war sie bei SPD und CSU auf Widerstand gestoßen. Derzeit befinden sich fast 5.000 Bundeswehrsoldaten im Ausland. (krk)

Bundeswehrkolonne in Afghanistan Foto (Archivbild): Flickr/Bundeswehr/Bienert
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