Markus Krall Freiheit oder Untergang

Verharmlosung von SED-Unrecht
 

DGB setzt Kommunisten vor die Tür

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Der Generalsekretär der FDP Thüringen, Patrick Kurth, kritisiert die Raumvergabe des DGB an Kommunisten Foto: patrick-kurth.de

BERLIN. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat angekündigt, dem linksextremen Verein „Rotfuchs“ künftig keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen. Es werde keine weiteren Vermietungen an den Verein geben, sagte der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, nach einem Bericht des MDR. „Diese Organisation ist im DGB nicht willkommen, weil ihre Ziele und Inhalte nicht mit den Grundsätzen und Zielen des Deutschen Gewerkschaftsbundes vereinbar sind.“

Zuvor war bekanntgeworden, daß der Verein „Rotfuchs“ in der vergangenen Woche in Gewerkschaftsräumen in Erfurt eine Lesung mit früheren Stasi-Mitarbeitern abgehalten hatte. Zu Gast war der ehemalige Stasi-Offizier Herbert Kierstein, der aus seinem Buch „Drachentöter – Die ‘Stasi-Gedenkstätten’ rüsten auf“ vorlas. Darin wirft Kierstein den Stasi- Gedenkstätten, insbesondere in Berlin-Hohenschönhausen vor, ein verzerrtes Bild von der Stasi wiederzugeben. Fremde Gäste und Journalisten waren zu dem Vortrag dem Bericht nach nicht zugelassen.

Scharfe Kritik von der FDP

Der Generalsekretär der Thüringer FDP, Patrick Kurth, hatte den DGB deswegen scharf kritisiert. Die „Verharmlosung der DDR bei gleichzeitiger Verhöhnung ihrer Opfer ist ein in keiner Weise förderfähiges Unterfangen“, schrieb der Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion für die Aufarbeitung des SED-Unrechts an die Vorsitzende des DGB Thüringen, Renate Licht.

Es überschreite die Grenze des gesellschaftlich Erträglichen und sei mit dem demokratischen Grundkonsens in diesem Land kaum vereinbar. Es entstehe der Eindruck, „daß sich Stützen des SED-Regimes hinter verschlossenen DGB-Türen auf die Schultern klopfen, anstatt den aufrichtigen Dialog mit den Opfern zu suchen“. Besonders problematisch sei es, daß der DGB bereits durch die Kooperation mit den Tätern von einst diese Gruppe als Gesprächspartner anerkenne und aufwerte.

Der Rotfuchs bezeichnet sich als „Tribüne für Kommunisten und Sozialisten in Deutschland“. In dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 sieht der Verein beispielsweise ein „Sicherung der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber den drei Westsektoren“. Der Mauerbau sei ein eine „historisch notwendige Maßnahme der sozialistischen Staatengemeinschaft zur Abwehr der sich akut zuspitzenden Kriegsgefahr in Europa“ gewesen. (krk)

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