Joachim Kuhs
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München
 

Linken-Politiker kritisiert Begriff „Schwarzfahrer“ als rassistisch

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Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft Foto: Wikipedia/Maximilian Kühn mit CC-Lizenz https://bit.ly/4Ynp37

MÜNCHEN. Der Münchner Stadtrat der Linkspartei, Orhan Akman, hat sich dafür ausgesprochen, künftig nicht mehr den Begriff „Schwarzfahrer“ zu verwenden. Als Grund gab der in der Türkei geborene Kurde an, die Formulierung sei rassistisch, berichtet die Abendzeitung.

In einem Antrag fordert der Linken-Politiker die Münchner Verkehrsgesellschaft auf, dem Stadtrat Vorschläge zu nennen, wie sie das Wort „Schwarzfahrer“ künftig in den U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen „durch einen anderen Begriff, der nicht-rassistisch ist, ersetzen“ könne. Seiner Ansicht nach sei die umgangssprachliche Bezeichnung „Schwarzfahrer“ rassistisch, „da sie die Hautfarbe bestimmter Menschen in einen negativen Kontext stellt“.

Sprachwissenschaftlerin hält Kritik für Unsinn

Die Sprachwissenschaftlerin Christiane Wanzeck von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität widersprach Akman: „Das ist jemand, der keinen Sprachverstand hat“, sagte sie dem Blatt. Mit der Hautfarbe habe der Begriff Schwarzarbeiter nichts zu tun. So wie ein blinder Passagier nichts mit Blinden zu tun habe.

„Schwarz“ stehe in diesem Zusammenhang vielmehr für illegal. Für etwas, das im Dunkeln, im Verborgenen passiere. Schon vor Jahrhunderten seien solche Kombinationen aus Farbadjektiven und Hauptwörtern weit verbreitet gewesen. „Schwarzfahrer“ als rassistisch zu kritisieren sei sprachlich nicht haltbar und „an den Haaren herbeigezogen“, sagte die Wissenschaftlerin. (krk)

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