Joachim Kuhs
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Integration
 

Rund eine Million Einbürgerungen seit 2002

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Zwischen 2002 und 2009 wurde in Deutschland fast eine Million Ausländer eingebürgert Foto: Pixelio/motograf

BERLIN. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer (CSU), hat Vorwürfe von Grünen und Linkspartei zurückgewiesen, nach denen Deutschland ein einwanderungsfeindliches Land sei.

Der CSU-Politiker verwies auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums, wonach zwischen 2002 und 2009 fast eine Million Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. 

Die größte Gruppe der 967.860 Neubürger bildeten mit über 300.000 die Türken, gefolgt von Einwanderern aus Montenegro und dem Kosovo (61.000), dem Iran (46.000) und Polen (40.000). Die große Mehrheit der neuen Bundesbürger lebt in Westdeutschland. Die mitteldeutschen Bundesländer bürgerten zusammen knapp 18.000 Ausländer ein. 

„Deutschland ist ein sehr offenes Land. Fast jeder, der die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen und sich integrieren will, erhält sie offensichtlich“, sagte Singhammer der Welt und betonte dabei auch die steigende Bedeutung der Eingebürgerten für Wahlergebnisse. 

98 Prozent bestehen den Einbürgerungstest

Seit 2008 müssen alle Ausländer einen Einbürgerungstest bestehen, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. 98 Prozent der Kandidaten schließen die Prüfung erfolgreich ab. Der Test kann beliebig oft wiederholt werden. 

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, beklagte dagegen, Deutschland gehöre bei der Einbürgerungsquote zu den Schlußlichtern in Europa und schöpfe sein Einbürgerungspotential nicht genügend aus. Der Grünen-Politiker sprach sich daher für eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts aus. 

Derzeit leben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 7,1 Millionen Ausländer in Deutschland. Vor 20 Jahren waren es 6,1 Millionen. Zudem verzeichnet das Bundesinnenministerium in den vergangenen beiden Jahren einen starken Anstieg der Asylbewerber. (ho)

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