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ESM
 

Euro-Gruppe plant Verdoppelung der Rettungsschirme

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Euro-Symbol: Immer neue und größere Euro-Rettungsschirme Foto: Martina Taylor/pixelio.de

BRÜSSEL. Die Euro-Länder planen offenbar eine Verdoppelung der Euro-Rettungsschirme. Demnach soll der EFSF neben dem ESM zu einem zweiten dauerhaften Rettungsschirm ausgebaut werden. Beide zusammen würden dann über etwa 940 Milliarden Euro verfügen, berichtet die Financial Times Deutschland. Die Bundesrepublik würde etwa 25 Prozent dazu beisteuern müssen.

Ursprünglich sollte der ESM, über den der Bundestag voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres abstimmen soll, den als Übergangslösung gedachten EFSF 2013 ablösen. Bereits am vergangenen Montag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy allerdings vorgeschlagen, den ESM auf 2012 vorzuziehen.

Wirtschaftswissenschaftler gegen Transferunion

Unterdessen hat sich der Vorsitzende des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn an die Kanzlerin gewandt und vor der Einführung von gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Staaten gewarnt. Diese Euro-Bonds würden „die massive Kapitalabwanderung aus Deutschland heraus, die das Wachstum lange beeinträchtigt hatte, wieder aktivieren“, warnte Sinn in der sogenannten Bogenberger Erklärung.

Eurobonds würden Deutschland „extrem teuer zu stehen“, da für die deutsche Staatsschuld zusätzliche Zinskosten im Umfang von „mehreren Dutzend Milliarden Euro pro Jahr anfielen“, heißt es in dem Appell. „Eine Fortführung der bisherigen Politik wird Deutschland überfordern und ärmer machen, gerade auch, wenn es ihr gelingen sollte, die Kapitalanleger zu beruhigen, indem sie ihnen ihre toxischen Staatspapiere abnimmt.“

Neben Sinn haben die Erklärung unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Eckhard Cordes, der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt und Otto Wiesheu, Präsident des Wirtschaftsbeirates Bayerns, unterzeichnet. (ho)

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