Türken erstatten Anzeige gegen Sarrazin

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Haupteingang des Kriminalgerichts Berlin Moabit: Einwanderergruppen „gezielt“ rassistisch beleidigt Foto: Justiz Berlin

BERLIN. Vertreter türkischer Organisationen haben Anzeige gegen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin erstattet. Hintergrund ist dessen Äußerung, die Deutschen würden wegen der Zuwanderer mit geringerer Bildung vor allem aus der Türkei sowie dem Nahen und Mittleren Osten „auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer“.

Sarrazin habe damit „den Rahmen der Meinungsfreiheit“ verlassen und die betreffenden Einwanderergruppen „gezielt“ rassistisch beleidigt, heißt es dazu in einer Erklärung der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung Berlin-Brandenburg (TDU).

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

Man wolle auf dem juristischen Wege klarmachen, daß diese Beleidigungen weder toleriert noch vergessen würden, sagte TDU-Pressesprecher Ekrem Özdemir der JUNGEN FREIHEIT.

Insgesamt haben sechs Personen türkischer Herkunft Strafanzeige gegen Sarrazin erstattet, darunter auch die Vorstandsvorsitzende des Vereins „DeuKische Generation“, Aylin Selcuk. Die Organisation wirft dem ehemaligen Berliner Finanzsenator Beleidigung und Volksverhetzung vor. „Mitbürger ausländischer Herkunft“ könnten sich durch Sarrazins Äußerung in ihrer Ehre mißachtet fühlen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Strafantrag zur Prüfung angenommen. Parteiinterne Gegner Sarrazins hatten in der Vergangenheit erfolglos versucht, ihn wegen angeblichen Rassismus`aus der SPD auszuschließen. (vo)

> Der Fall Sarrazin

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