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Peinliche Prämierung

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Der Berliner Fußballverein Türkiyemspor: Vorbildlich im Kampf gegen Homophobie Foto: Pixelio/Sven Richter

Am vorvergangenen Montag wurde im Roten Rathaus von Berlin feierlich der 2006 ins Leben gerufene Preis „Berliner Tulpe für deutsch-türkischen Gemeinsinn“ vergeben. Den von der Hamburger Körber-Stiftung ausgelobten Betrag von 10.000 Euro müssen sich eine deutsch-türkische Grundschule und der Fußballverein Türkiyemspor teilen. Letzterer sollte für sein Engagement gegen Schwulenhaß ausgezeichnet werden, weshalb sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ganz besonders auf die Preisübergabe freute.

Den türkischen Fußballern scheint dieser Preis jedoch peinlich zu sein, man verkündete nach der Entscheidung, die „Berliner Tulpe“ zeichne das Konzept einer ins Leben gerufenen Mädchenelf aus. Schlecht gelaunt mahnte darauf Berlins Integrationsbeauftrager Günter Piening, der auch Jury-Mitglied ist, den Club: „Sie verbreiten auf ihrer Internetseite eine Falschmeldung.“ Gerade das Engagement gegen Homophobie habe man „besonders toll“ gefunden, erklärte Pienings Mitarbeiterin Edith Tomaske der Lokalausgabe der Welt

Auffallend engagierte sich bei Türkiyemspor gegen Homophobie die damalige Clubsprecherin Susam Dündar-Isik, die aber im Herbst 2009 auf Druck erboster Mitglieder ihren Posten räumen mußte. Auch der Spieler Erkut Ergiligür, der mit entblößtem Oberkörper auf Plakaten für das schwule Sportturnier „Respect Gaymes“ warb, wurde daraufhin von Vereinskameraden gemobbt und angepöbelt. Um bei der Preisverleihung keinen Eklat zu provozieren, begründete Piening schließlich gewandt, Türkiyemspor sei „für sein soziales Engagement neben den sportlichen Aktivitäten“ prämiert worden.    

JF 12/10

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