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Auch nach zwei Jahren keine heiße Spur im Fall Mannichl

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Alois Mannichl Foto: Überparteiliche Wählervereinigung Fürstenzell

PASSAU. Zwei Jahre nach dem Messerattentat auf den damaligen Polizeichef von Passau, Alois Mannichl, hat die Staatsanwaltschaft auch weiterhin keine heiße Spur vom mutmaßlichen Täter. Das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens sei nach wie vor völlig offen, sagte Oberstaatsanwalt Josef Scheichenzuber von der Staatsanwaltschaft Passau der JUNGEN FREIHEIT.

Derzeit existiere noch eine Arbeitsgruppe von drei Beamten, die den übrigen offenen Hinweisen nachgingen. Von etwa 1.000 Spuren in dem Fall seien bis auf 45 jedoch alle abgehandelt. Nach dem Abschluß der Ermittlungen werde die Staatsanwaltschaft in einem Bericht Stellung zu den einzelnen Untersuchungen sowie dem möglichen Täterumfeld beziehen.

Widersprüche in der Schilderung des Tatverlaufs

Mannichl war am 13. Dezember 2008  vor seinem Wohnhaus von einem Unbekannten niedergestochen worden. Dabei soll sich der Täter laut Mannichls Schilderungen als Rechtsextremist zu erkennen gegeben haben, indem er dem Polizeichef „schöne Grüße vom nationalen Widerstand“ bestellte, bevor er ihn niederstach. Die Tat hatte deutschlandweit für mediale Aufmerksamkeit und eine breite Diskussion über rechtsextreme Gewalt sowie die Notwendigkeit eines NPD-Verbots gesorgt.

Zeitweise ermittelte sogar eine fünfzigköpfige Sonderkommission in dem Fall. Zweifel an Mannichls Version der Tat konnten jedoch nie vollständig ausgeräumt werden. Im Dezember vergangenen Jahres beispielsweise warf der Passauer Oberstaatsanwalt Helmut Walch ihm vor, sich in seinen Aussagen über das Attentat in Widersprüche verstrickt zu haben. (krk)

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