Kriegsgeraet

Linksextremismus
 

„militante gruppe“ löst sich angeblich auf

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Indirekter Aufruf zu Brandanschlägen auf Bundeswehrfahrzeuge während einer Demonstration in Berlin 2008 Foto: JF

BERLIN. Die „militante gruppe” (mg), die für zahlreiche Brandanschläge auf öffentliche Einrichtungen und Bundeswehrfahrzeuge verantwortlich gemacht wird, hat offenbar ihre Auflösung bekanntgegeben.

Nach dem von der Gruppe zwei Jahre lang keine Stellungnahme und kein Bekennerschreiben zu vernehmen war, äußerte sie sich nun in einem mehrseitigen Interview in der linksextremen Zeitschrift Radikal.

So heißt es in der aktuellen Ausgabe des Szeneblatts: „Wir lösen uns heute und hier mit diesem Beitrag als (mg) auf! Von nun an ist die (mg) in die Widerstandsgeschichte der revolutionären Linke in der BRD eingegangen.“ Von nun an gebe es nur noch eine „ex-(mg); und demzufolge auch nur noch ehemalige Mitglieder der (mg)“.

Gruppe bekennt sich zu weiteren Anschlägen

Allerdings, so die vermeintlichen Mitglieder der mg, seien sie meilenweit davon entfernt, von nun an die Hände in den Schoß zu legen. „Dafür lodert in uns zu viel.“ Das Bundeskriminalamt prüft derzeit laut der Jungen Welt die Echtheit des Textes.

Gleichzeitig bekannten sich die Linksextremisten in dem Interview zu weiteren Anschlägen der vergangenen zwei Jahre. So zum Beispiel auf „Einsatzfahrzeuge der Berliner Bullen in Berlin-Spandau im Mai 2007“, einem „Brandanschlag auf das ‘Sozial’gericht Brandenburg in Potsdam in der Rubensstraße in den Abendstunden des 13. Januar 2009“, den „Brandanschlag auf das Gebäude des Jobcenters der Arbeitsagentur Charlottenburg-Wilmersdorf“ in Berlin in der Nacht zum 14. Januar 2009 sowie dem „Brandanschlag in der Nacht zum 26. Februar 2009 auf Funkwagen der Bundeswehr“ in Sachsen-Anhalt, bei dem „drei BW-Fahrzeuge ausgemustert werden“ konnten.

„Alternative Freizeitbeschäftigung des automobilen Herumzündelns“  

Eine Beteiligung an dem versuchten Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge im Juli 2007 in Brandenburg an der Havel stritt die mg dagegen ab. Die Polizei konnte damals drei Männer festnehmen, als sie die Fahrzeuge anzünden wollten. Gegen sie wird derzeit vor dem Kammergericht in Berlin wegen der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ verhandelt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, Mitglieder der mg zu sein. Für Mittwoch ist ein weiterer Prozeßtag angesetzt.

Kritik übte die militante gruppe im Interview mit Radikal an der Serie wahlloser Brandanschläge, die seit Monaten in Berlin für Schlagzeilen sorgt. „Die allabendliche alternative Freizeitbeschäftigung des automobilen Herumzündelns“ trage nur noch zur „Diskreditierung von militanten und klandestinen Aktionsformen bei“.

Über eine gewisse Zeit haben man dies noch als „eine Lektion des zu erlernenden Umgangs mit Brandsatzmitteln“ interpretiert, doch gelinge das angesichts negativer Begleitumstände, wie dem Abbrennen von Fahrzeugen Unbeteiligter sowie der „medialen Hetze“ nicht mehr. (krk)

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