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Linkspartei-Politiker: Christen anfällig für „Fremdenfeindlichkeit“

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Will gegen Sachsens „Zwangskonfessionalisierung“ ankämpfen. Linkspartei-Kandidat Gerhard Besier. Foto: Flickr/dielinke_sachsen

DRESDEN. Der Kirchenhistoriker und Linkspartei-Politiker Gerhard Besier hat Christen eine Neigung zur „Vorurteilsbildung und Fremdenfeindlichkeit“ unterstellt. Scharf griff Besier damit Äußerungen des Brandenburgischen CDU-Innenministers Jörg Schönbohm an, der die Entchristlichung Mitteldeutschlands als eine Ursache für heutige gesellschaftliche Probleme ausmacht.

„Ein Ex-General mag davon träumen, daß ehemalige Unteroffiziere und Pfarrer der Staatskirche die Menschen wieder zu braven christlichen Untertanen erziehen. Aber diese Zeiten sind ein für allemal vorbei“, heißt es in einer Pressemitteilung der sächsischen Linkspartei.

„Islamophobie“ bei Christen häufiger

Besier, der erst im April in die Linkspartei eingetreten war, beruft sich dabei auf die Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Sachsen“, die bei sächsischen Christen eine feindselige Tendenz sehen will.

„Sachsen, die einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören, erreichen im Vergleich zu Konfessionslosen höhere Zustimmungswerte in der Fremdenfeindlichkeit, sie neigen stärker zum Rassismus, zur Islamphobie, zum Antisemitismus und sie betonen stärker Etabliertenvorrechte“, zitiert Besier aus der Studie.

Die Studie beruht auf ausgesprochen tendenziösen Erhebungen des Sozialwissenschaftlers Wilhelm Heitmeyer und seiner Mitarbeiter. Schönbohm selbst bezeichnete dessen Studien als „sehr kritikwürdig“. Es habe schon ein „Geschmäckle“, wenn eine kleine Elite feststelle, das ganze Volk sei extremistisch und müsse daher umerzogen werden, sagte der Minister gegenüber der Zeit.

Sachsen drohe „zwangskonfessionalisiert“ zu werden

Ganz ideologiefrei scheint auch Besier nicht zu sein. So wußte dieser gegenüber Parteimitgliedern in Burgstädt davon zu berichten, daß Sachsen vom „Kraken CDU“ religiös wie politisch „zwangskonfessionalisiert“ werden solle. Dagegen kämpfe er an.

„Meine Kandidatur hat bundesweit die Rechte aus der Fassung gebracht. Aus den einschlägigen bürgerlichen Organen hört Ihr das wütende Heulen der konservativen Kohorten. Ihr allzu fest gefügtes Weltbild ist ein wenig aus den Fugen geraten. Das ängstigt sie anscheinend.“ (FA)

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