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„Fall Mannichl“
 

Ermittlungspannen im Fall Mannichl zugegeben

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Polizeidirektor Alois Mannichl Foto: Überparteiliche Wählervereinigung Fürstenzell

PASSAU. Die Ermittler im Fall des angeblichen Messer-Attentats auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl haben schwere Fehler eingeräumt. So sei es versäumt worden, an den Fingernägeln des Polizisten DNA-Spuren zu sichern, obwohl dieser angab, eine Rangelei mit dem Täter gehabt zu haben. „Das ist nicht gemacht worden“, gestand Oberstaatsanwalt Helmut Walch gegenüber der Wochenzeitung Zeit.

Auch seien österreichische Kollegen nach Informationen aus Ermittlerkreisen erst nach zwei Stunden um eine Fahndung ersucht worden, obwohl die nahegelegene Grenze nur eine Viertelstunde entfernt liegt und zudem der Angreifer laut Mannichl mit einem österreichischen Dialekt gesprochen habe.

Messer-Attentat mit politischer Dimension

Der Fall hatte vor einem Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Er galt vielen Politikern als ein Beleg für die Stärke und extreme Gefährlichkeit des Rechtsextremismus in Deutschland sowie die Notwendigkeit, den „Kampf gegen Rechts“ zu intensivieren. Die bayerische Landesregierung initiierte vor diesem Hintergrund ein „Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus“.

Allerdings wurde auch Kritik an der Ermittlungsleitung laut. So wurden etwa unglaubwürdig erscheinende Phantomzeichnungen erst nach Monaten zurückgezogen. Auch legte man sich von Anfang an auf einen „Racheakt“ aus der rechtsextremen Szene fest, obwohl schon früh Gerüchte um eine Beziehungstat aufkamen. Eine solche schließt die Staatsanwaltschaft nach wie vor prinzipiell aus. (FA)

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