Dresden: Zentralrat der Juden kritisiert CDU und FDP

Plakat_Antifa
Plakat der Antifa-Demonstration…
Angriff_Polizeiauto
…Linksextreme attackieren ein Polizeifahrzeug: Ausschnitt der linksextremen Internetseite Indymedia.

BERLIN. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hat CDU und FDP mangelndes Engagement gegen Rechtsextremismus vorgeworfen. Er kritisierte, daß die Parteien am vergangenen Wochenende keine hochrangigen Vertreter zur Demonstration gegen den „Trauermarsch“ der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) anläßlich des Jahrestages der Bombadierung der Stadt nach Dresden geschickt hätten.

Der Berliner Zeitung sagte Kramer, er freue sich zwar, daß so viele Demokraten „friedlich gegen die Nazis aufgestanden“ seien, bedauere aber, „daß sich keine Bundesprominenz von konservativer und liberaler Seite blicken ließ“. Der Aufzug der JLO sei ein dramatisches Signal, das zeige, daß der Zentralrat mit seinen Warnungen vor der „wachsenden Gefahr von Rechts“ weder an Phantomschmerzen leide noch unnötig Hysterie und Panik schüre.

An der Demonstration der JLO nahmen laut Polizei Dresden rund 6.000 Personen teil, darunter auch zahlreiche NPD-Größen wie der Bundesvorsitzende Udo Voigt und der sächsische Fraktionschef Holger Apfel. Auch der neue DVU-Chef Matthias Faust befand sich unter den Demonstranten.

„Breite Front gegen die braune Brut“

Zu der von Gewerkschaften, Parteien und Kirchen unterstützen Gegendemonstration unter dem Motte „Geh Denken“ kamen nach offiziellen Angaben 6.500 Teilnehmer. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering mahnte, die „braune Soße“ dürfe in Deutschland „nie wieder eine Chance“ bekommen. DGB-Chef Michael Sommer forderte zudem eine „breite Front gegen die braune Brut“.

Eine dritte Demonstration mit dem Titel „No Pasaran“ wurde von der linksextremen Antifa veranstaltet. Unter den 3.500 Demonstranten befanden sich laut Polizei auch 1.500 gewaltbereite Teilnehmer. Ein Drittel davon sei im weiteren Tagesverlauf massiv gewalttätig geworden.

Insgesamt waren 4.300 Polizisten im Einsatz, um links- und rechtsextreme Demonstranten voneinander zu trennen. Bei Auseinandersetzungen mit Linksextremisten wurden 30 Beamte leicht verletzt. Zudem wurden mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt.

Auseinandersetzung auf Rastplatz

Zu einem weiteren Vorfall kam es laut der Polizeidirektion Jena am Samstagabend auf einem Rastplatz östlich von Jena. Hier wurden mehrere Teilnehmer der „Geh-Denken“-Demonstration von Rechtsextremisten angegriffen und verletzt.

Als ihr Reisebus auf dem Rastplatz „Teufelstal“ hielt, seien die Mitglieder des DGB und der Linkspartei von den Rechtsextremisten, deren Reisbus ebenfalls dort parkte, angegriffen worden. Dabei wurden fünf der Angegriffenen leicht verletzt. Ein von ihnen mußte mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Bus der Rechtsextremisten verließ beim Eintreffen der Polizei den Rastplatz, konnte aber kurz später gestoppt werden. Mittlerweile sind drei schwedische Tatverdächtige deutschlandweit zur Festnahme ausgeschrieben.

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