Haderthauer

Familienpolitik
 

CSU-Politikerin fordert weniger staatliche Einmischung in Kinderbetreuung

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Christine Haderthauer: „Eigenverantwortung voraussetzen“ Foto: Bayer. Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen

FRANKFURT/MAIN. Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hat eine Stärkung elterlicher Eigenverantwortung gefordert und der zunehmenden staatlichen Lenkung bei der Kleinkinderbetreuung eine Absage erteilt.

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach sich die CSU-Politikerin für die Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern als Gegenpol zum Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz aus. „Mit der Entscheidung für oder gegen das Betreuungsgeld wird eine elementare gesellschaftspolitische Weiche gestellt“, so Haderthauer. Damit werde auch meßbar, inwieweit sich eine neue schwarz-gelbe Bundesregierung „einer bürgerlichen Politik verpflichtet fühlt“.

Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz vom ersten Geburtstag an werde laut Haderthauer ein politischer Druck erzeugt, demzufolge Kleinkinder ab dem Alter von einem Jahr „grundsätzlich und sozusagen regelhaft in Krippen betreut werden“ müßten.

Vater und Mutter sind der „zentrale Schlüssel zum Kind“

Damit werde jedoch der Wunsch von Eltern, ihr Kind in den ersten drei Lebensjahren selbst zu betreuen, entwertet. Es drohe zudem die Gefahr, daß man sich für eine solche Entscheidung zunehmend rechtfertigen müsse. Der Staat entziehe auf diese Weise jungen Eltern „auf kaltem Wege das Vertrauen und die gesellschaftliche Legitimation für die Gestaltung ihres Familienlebens ohne Krippe“.

Bürgerliche Familienpolitik sollte stattdessen „Eigenverantwortung voraussetzen“ und vom Zutrauen in die Kompetenz der Bürger getragen sein, nach dem Motto: „‘Eltern stärken, Eltern ertüchtigen’ und nicht: ‘Kinder so schnell wie möglich in staatliche Erziehung überführen.’“, so Haderthauer. Denn gerade in den ersten Lebensjahren „sind Vater und Mutter der zentrale Schlüssel zum Kind.“

Das Betreuungsgeld sei daher „ein unentbehrliches Signal für die gesellschaftliche Wertschätzung der Elternverantwortung“. Deswegen gehe es in der Debatte über seine Einführung nach Meinung der bayerischen Staatsministerin auch „um mehr als um 150 Euro im Monat“. (vo)

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